Vor kurzem bin ich mit meinem guten Freund Robert spazieren gegangen. Wir beide haben sehr viel gemeinsam. Vor allem konnten wir 2017 beide voller Stolz verkünden, dass wir in Berlin das schier Unmögliche geschafft haben, wir haben einen festen Freund gefunden. Somit haben wir natürlich allerlei Gesprächsstoff und es ist herrlich, über unsere Männer „zu lästern“. Natürlich ist der Schwanz von meinem Freund viel größer, aber das tut hier nichts zur Sache.

In vielen Dingen sind wir einer Meinung, doch an einer Frage scheiden sich unsere Geister, nämlich bei der Frage: Wollen alle Schwulen eine offene Beziehung?

Diese Frage mit „Ja“ oder „Nein“ abschließend zu beantworten, wäre wahrscheinlich genauso töricht, wie zu behaupten, es gäbe nur „schwarz“ oder „weiß“. In meinen vielen Jahren, in denen ich Erfahrungen in der schwulen Szene sammeln konnte, wohlgemerkt, auf internationaler Ebene, habe ich die verschiedensten Modelle kennengelernt. Da gibt es Paare, die wirklich nur sich brauchen. Jene, die sich gerne mal was zusammen ins Bett bestellen zum Vernaschen. Andere wiederum, die zwar ihrem Partner ewige Treue schwören, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt … na, ihr wisst schon.

Bis auf diejenigen, die wirklich nur ihren Partner wollen, haben aber meiner Ansicht nach alle etwas gemeinsam. So ganz können und wollen sie die Jagd nicht aufgeben. Wenn ihr mich fragt, warum auch? Wir sind schließlich Männer. Seit Ur-Zeiten sind wir es gewohnt zu jagen und zu erobern. Warum sollten wir das abstellen? In einer Beziehung finde ich, dürfen alle Paare ihre ganz eigenen Regeln machen. Und dass das möglich ist, sollten wir feiern. Vielleicht auch mal zu dritt oder zu viert. Kurzum, nein, nicht alle schwulen Paare wollen eine offene Beziehung, aber wenn doch, dann ist das ganz allein ihre eigene Entscheidung.

(Druck via New York Public Library / Public Domain)

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