Man kann wohl mit Fug und Recht sagen, dass Viagra und andere Potenzmittel das Sexleben vieler Menschen bereichert und vor allem erleichtert haben. Gelobt sei, was hart macht! Nun zeigen aber einige Studien, dass die Einnahme von Sildenafil (Viagra und zahlreiche Generika) möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Erkrankungen einhergeht.

In einer Studie mit fast 26.000 Männern traten 142 Fälle von schwarzem Hautkrebs (Melanom) auf. Bei Männern, die Viagra einnahmen oder in der Vergangenheit eingenommen hatten, war das Risiko gegenüber Männern, die keine Potenzmittel einnahmen, fast verdoppelt (Risikoerhöhung um 84%). Dies stellt allerdings nur eine Assoziation dar. Nur weil zwei Dinge zusammen auftreten, heißt das nicht, das sie auch ursächlich zusammenhängen. Allerdings war die Häufigkeit anderer Hautkrebsarten in beiden Gruppen etwa gleich hoch. 

In einer weiteren Studie, die Männer, die Potenzmittel einnahmen, von 2006 bis 2011 beobachtete, fand man acht Fälle mit schweren Sehstörungen. Da aber diese Störungen völlig unterschiedliche Ursachen hatten, halten die Autoren einen ursächlichen Zusammenhang mit der Einnahme der Potenzmittel für un­wahr­scheinlich. Sie betonen aber, dass 3–11% der Anwender dieser Arzneimittel über vorrübergehende Beeinträchtigung des Sehens berichten (vor allem bei hohen Dosierungen ändert sich die Farbwahrnehmung und man sieht vorübergehend alles mit einem Blaustich; möglich ist auch eine vorübergehende Ver­ringerung der Sehschärfe).

Die letzte Untersuchung berichtet über 47 Fälle von Hörverlust in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme von Potenzmitteln, etwa die Hälfte betraf Viagra. Die Daten stammen aus Veröffentlichungen sowie aus den Nebenwirkungsdatenbanken der Hersteller. Die meisten Fälle traten innerhalb von 24 Stunden nach Einnahme des Präparats auf und betrafen in 88% der Fälle ein Ohr. Die Autoren der Untersuchung halten einen Zusammenhang für möglich und mahnen weitere Untersuchungen an.

Fazit: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Neben Kopfschmerzen und verstopfter Nase kann nach der Einnahme von Potenzmitteln noch anderes Ungemach drohen. Doch die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die genannten Risiken vergleichsweise winzig sind. Angst braucht man also nicht zu haben, aber falls tatsächlich einmal Probleme auftreten, sollte man seinem Arzt auch sagen, dass man ein Potenzmittel eingenommen hat. So kann er möglicherweise schneller zur richtigen Diagnose kommen und die Probleme beseitigen. (pi)

 

Was denkst du darüber?