In einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Bundeskanzlerin Merkel soeben, dass sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu aufgefordert habe, seinen Einfluss zu nutzen, um eine Untersuchung bezüglich der Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien einzuleiten. Zudem betonte sie, dass es in einer Demokratie wichtig sei, demonstrieren zu dürfen.

Geduld und Ausdauer haben die Teilnehmer der Chechnya Street Days bewiesen. Seit Sonntag trotzen sie Wind und Wetter und stehen noch bis heute Abend um 20 Uhr vor dem Bundeskanzleramt. Die Gruppe rund um Florian Filzinger, Gründer der We Mind Collective, forderte die Bundeskanzlerin dazu auf, in den heutigen Gesprächen mit dem russischen Präsidenten in Sotschi, die Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien zu beenden.

In Zusammenarbeit mit avaaz.org und allout.com wurde ein Käfig direkt vor Merkels Amtsadresse gestellt, in dem die Aktivisten, in Schichten, ihre Solidarität mit den Opfern bekunden. Die We Mind Collective besteht im Kernteam aus Florian, einer Pastorin, einer Übersetzerin, einem IT-Fachmann und einem Anwalt. „Das gibt uns die Möglichkeit, kurzfristige Aktionen zu planen, wie damals auch schon die KissIns vor russischen Botschaften weltweit,“ so Florian. „Die Behörden waren sehr hilfreich, aber wir halten uns ja auch an die Regeln.“

In der kurzen Vorbereitungsphase wurde – mithilfe des deutschen Staatsschutz – die Genehmigung erwirkt, die Aktion direkt vor dem Bundeskanzleramt durchzuführen. Glückwunsch!

Florian Filzinger von der We Mind Collective
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