Mit jedem Tag klettern die Temperaturen derzeit immer mehr nach oben – Hochsaison für alle Liebhaber von Outdoor-Sex. Ob in Wald und Flur, an einem See, neben den Bahngleisen oder an einem anderen verlassenen Plätzchen – der besondere Reiz vor Entdeckung, die Verbundenheit mit der Natur und die pure Geilheit, nackt mit den Elementen eins zu werden, befeuern unsere Sinne.

Das Rascheln im Unterlaub, wenn wir uns einem anderen, fremden Mann nähern, die ersten Blicke, das Erhaschen erster Körperpartien. Ist der Kerl bereits nackt? Oder zieht er sich gerade vor uns aus? Hüllen fallen, pralle Ärsche schimmern sanft im Halbdunkel des Waldes. Schwänze wachsen voll Vorfreude zu ihrer ganzen Größe heran.

Das Flirten und die pure Begierde jagen durch unsere Körper. Unsere Augen sagen: Komm näher, Fremder. Lass uns eins werden mit der Natur, lass uns unsere Geilheit in die Wildnis hinausschreien.

Doch dürfen wir das alles überhaupt noch? Erste Umfragen kommen zu dem Schluss, dass private Gloryholes und der Outdoor-Sex die beiden Gewinner in der Corona-Krise sein werden. Beide versprechen anonymen Sex im Geheimen, jenseits von großen Clubs, Bars oder Saunen.

Natürlich könnte man trefflich über die moralische Wertung solcher Treffen diskutieren (Lesenwert: Corona, Eros und Ethos ), die Realität zeigt uns allerdings auf, dass von Woche zu Woche die unbändige Lust nach Sex alle Bedenken immer mehr beiseite wischt.

Wir können das vorschnell verwerflich finden – oder menschlich. Je mehr natürlich zudem kritisch die Sanktionen der Bundesregierung öffentlich und medial hinterfragt werden, desto eher fallen auch bei schwulen Männern die Bedenken bezüglich einer Virusansteckung.

Falsch? Richtig? Am Ende muss das jeder für sich entscheiden. Die Erfahrung mit weit schlimmeren Viruserkrankungen wie HIV – gerade in den Anfangsjahren – zeigt uns, dass schwule Männer sich nicht allzu lange von der Angst leiten lassen. Irgendwann obsiegt die wilde und pure Lust auf Lebensfreude, auf Sex. Darauf, einen anderen Mann nah zu sein und ihn roh an sich und in sich zu spüren.

Wir wollen mit allen Sinnen erleben, wie seine Lippen unseren Hals liebkosen, seine kräftigen Hände mit unseren Nippeln spielen. Wir hören ihn atmen, keuchen und werden eins. Eins mit uns und eins mit der Natur. Pure Leidenschaft.

Ist das falsch? Unmoralisch?

Ein Wort, mit dem schwule Männer seit Anbeginn ihrer Geschichte kämpfen müssen. Egal, wie sehr sich die moralischen Werte von Generation zu Generation geändert haben, für einen missbilligenden, herabsetzenden Blick gegenüber schwulen Männern hatte die Moral immer Zeit und Lust. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Vielleicht liegt genau darin ein weiterer Aspekt, der schwule Kerle noch mehr in die Wildnis und in die Arme eines anderen Typen treibt. Etwas Verbotenes zu tun war stets reizvoll, sexy und ließ unsere Träume feucht und unsere Schwänze hart werden.

Ja, natürlich, es ist noch immer unverantwortlich, anonymen Sex zu haben. Die Gefahr einer Infektion auf sich zu nehmen. Doch wir tun weder uns noch der Lebensrealität schwuler Männer einen Gefallen, wenn wir die Thematik von oben herab beiseite wischen. Wir lügen uns nur in die eigene Tasche.

Das können wir auch weiterhin natürlich tun. Wir können uns selbst sagen: So sind wir gar nicht. Während unsere Liebesknochen bereits seit Wochen mit steigender Energie gegen die Innenseiten unserer Hosen drängen.

Oder wir sind einmal ehrlich, so richtig, und gestehen uns ein: Doch, so sind wir. Natürlich nicht alle. Es gibt keine pauschalen Wahrheiten – weder in der schwulen noch in irgendeiner anderen Welt.

Aber vielleicht erlaubt uns dieser ehrliche Blick auf schwule Männer, deren Begierde sie trotz aller Verbote jetzt wieder in die Wildnis treibt, eine Erkenntnis: Auch in unseren Lüsten sind wir menschlich. Und in vielen Fällen, ob wir wollen oder nicht, ist der rohe Instinkt, die rohe sexuelle Freude ein stärkerer Motor als die Angst.

Das mag in diesen Zeiten diskussionswürdig und vielleicht auch moralisch falsch sein. Doch auf der anderen Seite gibt es uns auch Hoffnung: Wir sind lustvolle Geschöpfe und unsere Lebensfreude wird auf Dauer stets die Angst besiegen.

Credit aller Bilder: Cockyboys.

 

Du spürst die Lust in dir? Lust auf mehr Spielfreude? Wie wäre es hiermit?:

Komm, lass uns spielen! Und uns dabei neu entdecken!

 

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