Als der schwule Hollywoodregisseur Roland Emmerich im Jahr 1998 auf seinen Blockbuster Godzilla aufmerksam machen wollte, ließ er gigantische Plakate produzieren, auf denen der Satz Size does matter zu lesen war. Ganz New York war mehrere Wochen lang mit dieser Werbung zugeklebt und die Schwulenszene des Big Apple musste schon arg schmunzeln. Doch stimmt es wirklich? Zählt beim schwulen Sex tatsächlich nur, wie groß der Schwanz des Kerls ist?

Klar, es ist geil, einen mächtigen Prügel zu bearbeiten, doch wirklich damit umgehen können die wenigsten Männer. Entweder kommen einem der Würgereflex oder eben die dehnbaren Grenzen des eigenen Arsches in die Quere. Glaubt man diversen Studien der letzten Jahre, finden schwule Männer zwar große Schwänze extrem geil, aber nur eine Minderheit will auch davon gefickt werden. Unsere Fantasien verzerren dabei unser Denken. Je größer das Teil, desto besser muss Mann auch im Bett sein! Zudem zeigt eine Studie der Universität Utrecht auf: Je größer der Schwanz, desto selbstsicherer treten Schwule gegenüber anderen Partnern auf. Der Nachteil dabei allerdings ist, dass Kerle mit einem mächtigen Schwanz mehrheitlich wesentlich egoistischer sind und ganz bewusst nur ihre eigenen Sexwünsche umsetzen – der Partner bleibt eher auf der Strecke. So steht die Frage im Raum, ob es uns ein Mann mit durchschnittlichem Penis (wir reden von rund 13,3 Zentimetern im steifen Zustand / Quelle: Kings College, London, 2015) und der entsprechenden Technik nicht besser besorgen kann, einfach weil er sich mehr Mühe gibt und kreativer ist?

Auf Platz zwei und drei der Wünsche schwuler Männer folgen dann ein schöner Bauch und eine angenehme Haut. Und wie sieht der perfekte Kerl nun aus? Die Antworten sind natürlich so bunt und queer wie die Szene selbst, doch zeigt sich laut dem Psychologen Glassenberg von der Harvard University, dass schwule Männer stark maskuline Gesichter signifikant attraktiver finden als feminine. Schwule stehen demnach vor allem auf Männerschädel mit markantem Kiefer, breiter Stirn und ausgeprägter Augenbrauenpartie. In den letzten Jahren konnte sich so verständlicherweise auch der Trend zum Bart festsetzen. Über allem steht allerdings nach einer Forsa-Studie die einfache Tatsache, dass schwule Männer begehrt werden wollen. Gib ihnen das Gefühl, dass du sie unbedingt willst, und andere Aspekte treten in den Hintergrund. Für junge schwule Männer steht beim Sex der Blowjob an erster Stelle der      sexuellen Begierden, wobei es auch hier gerne kreativ zugehen darf. Der Schwanz sollte im schnellen und langsamen Wechsel von der Zunge erforscht werden. Mit wachsendem Alter wird dann aber auch der Analverkehr für die meisten interessanter, obwohl sich beim Großteil der Schwulen erst mit Mitte Zwanzig allmählich heraus kristallisiert, ob sie aktiv, passiv oder beides sind. Rund ein Drittel der schwulen Männer lassen sich nur ficken, die restlichen zwei Drittel sind aktiv beziehungsweise lieben gelegentlich beide Spielarten.

Im Lauf der Jahre verändern oder spezifizieren sich die Vorlieben vieler Gays dann nach und nach. Einige entdecken ihre Lust an SM-Spielen, andere verfallen dem Leder-Fetisch oder finden ihre Freude an devot-dominanten Rollenspielen wie zum Beispiel der Daddy-Sohn-Variante. Kernpunkt all dieser Entwicklungen bleibt die Kreativität beim Sex. Ein wesentlicher Aspekt, weswegen bis heute etwas mehr als fünfzig Prozent der schwulen Beziehungen sexuell offen gelebt werden – das zeigen die regelmäßig erhobenen Umfragen des Berliner Soziologen Michael Bochow. Abwechslung, neue Erfahrungen, das Prickeln und das Begehrt-Werden sind die Triebfedern – egal ob in einer Beziehung oder als Single. (ms)

www.rp-online.de/leben/gesundheit/sexualitaet/wie-gross-ist-der-durchschnittliche-penis-in-deutschland

www.psychologie-heute.de/news/gesundheit-psyche/detailansicht/news/schwule_moegen_es_maennlich

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