Mastermind Ryan Murphy entführt uns aktuell in der Netflix-Produktion „Hollywood“ nach Dreamland, dorthin, wo junge sexy Boys uns ein paar schöne Stunden versprechen. Wir reisen heute mit Euch nach NEVRLAND! Unser Filmtipp der Woche!

Worum geht es?

Der 17-jährige Jakob wohnt mit seinem Vater und Großvater in einer kleinen Wohnung in Wien. Um sich etwas Geld für das anstehende Studium zu verdienen, jobbt er als Aushilfe in dem Schlachthof, in dem auch sein Vater arbeitet. Doch eine zunehmende Angststörung macht ihm das Leben immer schwerer.

Eines Nachts lernt er in einem Sex-Camchat den 26-jährigen Künstler Kristjan kennen. Aus dem Gespräch entwickelt sich eine virtuelle Freundschaft, und auch in der realen Welt kreuzen sich die Wege der beiden auf unheimliche Weise – ohne dass es zu einer richtigen Begegnung kommt.

Nach einem Schicksalsschlag nimmt Jakob allen Mut zusammen und verabredet sich mit dem mysteriösen Fremden in dessen Wohnung und so beginnt Jakobs Reise ins Nevrland.

Was denkt die Boner Redaktion?

Wenn ein Film mit einem Friedrich Nietzsche-Zitat beginnt, kann das furchtbar in die Hose gehen, denn zu groß können die Erwartungen sein. Doch der österreichische Regisseur Gregor Schmidinger hat hier sehr viel sehr richtig gemacht und erzählt uns teils autobiographisch, wie es sich anfühlt, als schwuler Mann mit Angststörungen in die Welt zu gehen.

Nahaufnahmen wechseln sich mit betörenden, erotischen Bildern ab, die Trennlinie zwischen Fantasie und Realität verschwimmt. Die Ästhetik wechselt zwischen Bilderrausch, dunklen Momentaufnahmen und reduzierter Theateroptik – das mag nicht für jedermann der richtige Film sein, doch für schwule Filmfreude, die mehr als einen Avenger zum glücklich sein brauchen, ist diese Filmperle aus dem Alpenland genau das Richtige.

Nevrland besticht gerade auch deswegen, weil man hier die Leidenschaft einer jungen, kreativen Crew spürt – angefangen vom Regisseur bis zum Hauptdarsteller und Newcomer Simon Frühwirth, der hier so überzeugend in seiner allerersten Rolle aufgeht, dass er beim renommierten Max Ophüls Filmfestival als bester Nachwuchs-Schauspieler ausgezeichnet wurde.

An seiner Seite agiert als sein Vater Kabarettist und Schauspielgigant Josef Hader. Zudem wurde der Film zu Recht mit dem Preis der Jugendjury versehen. Die heutige schwule Jugend ist so auch das zentrale Thema in diesem Langfilmdebüt und zeigt uns die Suche eines jungen Mannes nach Sinn, Selbstfindung und Sex.

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