Zum dritten Mal  können wir in diesen Tagen die Filmreihe „rbb QUEER“ rund um das Leben innerhalb der LGBTQ-Community im rbb erleben. Präsentiert wird ein bunter Reigen aus Liebesgeschichten, Beziehungsdramen und Coming-of-Age-Filmen.

Dabei möchte der Berliner Fernsehsender bewusst ein Zeichen setzen, gerade auch, weil die allermeisten CSDs 2020 ausfallen. Programmdirektor Dr. Jan Schulte-Kellinghaus dazu:

„Der Christopher Street Day hat eine lange und stolze Tradition in Berlin. Ein Sommer ohne ihn in gewohnter Form ist kaum vorstellbar. Der rbb zeigt wieder Flagge mit vielen spannenden internationalen Produktionen, die größtenteils zum ersten Mal im deutschen Fernsehen zu sehen sein werden. Vielleicht ein kleiner Trost für die Community und unser Publikum in dieser Zeit. Vergessen wir nie, wie bunt, schön und divers diese Welt eigentlich ist beziehungsweise sein könnte!“

© rbb/Salzgeber

Unmittelbar vor jeder Ausstrahlung stellt rbb-Filmexperte Knut Elstermann die cineastischen Highlights vor und liefert Hintergrundinformationen zu ihrer Entstehung. Sehenswert sind die Filme allesamt, besondere Schwerpunkte für schwule Männer sind fünf Werke:

In „Beach Rats“ (2. Juli, 23.25 Uhr) erzählt die US-amerikanische Regisseurin Eliza Hittman eine Geschichte von schwulem Erwachen auf Coney Island. Für ihr poetisch-realistisches Drama wurde Hittman beim Sundance-Filmfestival 2017 mit dem Regie-Preis ausgezeichnet.

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Kraftvoll und pulsiv geht es dann bei Robin Campillos „120 BPM“ (25. Juni, 23.25 Uhr) zur Sache. Der Film portraitiert eine Gruppe junger Aids-Aktivisten im Paris der 1990er-Jahre. In seinem mitreißenden Zeitstück, das in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, begegnet ein schwules Liebespaar der damals weit verbreiteten politischen und gesellschaftlichen Ignoranz.

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Wunderbar und herzerwärmend entführt uns dann der brasilianische Coming-of-Age-Film „Heute gehe ich allein nach Hause“ (16. Juli, 23.35 Uhr) in den siebten Himmel. Vollkommen zu recht wurde der Film auf der Berlinale 2014 mit dem Teddy-Award für den Besten Spielfilm ausgezeichnet.

Daniel Ribeiros charmanter Film über einen blinden Teenager, der sich das erste Mal verliebt, begeisterte auch international Kritik und Publikum.

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Im kubanischen Film „Viva“ (23. Juli, 23.30 Uhr) kommen sich schließlich ein Vater und sein queerer Sohn erst in einer Drag-Bar in Havanna langsam wieder näher und im poetischen Seefahrerfilm „Lichtes Meer“ (30. Juli, 23.30 Uhr) verliebt sich ein junger Bursche aus Vorpommern auf einem Containerschiff mit Ziel Martinique in einen geheimnisvollen Matrosen.

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Wer dann noch über den schwulen Tellerrand blicken will, sollte sich das lesbische Liebesdrama „Rafiki“ (6. August, 23.35 Uhr) aus Kenia nicht entgehen lassen. In seinem Heimatland, wo Homosexualität noch immer unter Strafe steht, wurde der Film zunächst mit einem Aufführungsverbot belegt, das erst nach einer Klage der Regisseurin gelockert werden konnte. Ein mitreißender Film, der vor Freiheitsliebe und Lebensfreude in strahlenden Farben leuchtet.

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RBB QUEER vom 18.Juni bis 06.August

Lust auf noch mehr schwule Filme? Wie wäre es hiermit?:

Sex, Sinn, Selbstfindung – komm ins Nevrland!

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