Die PrEP für fünfzig Euro ist da! Viele deutsche Apotheken bieten die „Kölsche Blister” bereits an (BM berichtete). Doch dies ist erst der Anfang, meint auch Nico Reinold, Filialleiter der BerlinApotheke Friedrichshain: „Es ist gut, dass es nun die Möglichkeit gibt, günstig an eine Prä-Expositions-Prophylaxe zu kommen. Aber es gibt noch viel zu klären.“ Es gebe drei Probleme, die es nun anzugehen gilt. Einerseits müssten die Apotheken umdenken: Bei momentanen Lieferzeiten von derzeit 2-3 Tagen könne man in der Weihnachtszeit mit weiteren Verzögerungen rechnen. Auch das Pharma-Unternehmen Hexal, welches diese enorm wichtige Initiative überhaupt erst möglich gemacht hat, sollte sich auf die rasant wachsende Nachfrage vorbereiten.

„Seit Oktober haben wir über achtzig neue Kunden, die mit dem entsprechenden Rezept zu uns kommen“, so Reinhold. Ein weiterer Umstand erschwere es Ärzten, die PrEP zu verschreiben: Außer in sogenannten Schwerpunkt-Praxen, die auf sexuell übertragbare Krankheiten spezialisiert sind, werden die nötigen Vortests auf Nierenwerte, HIV oder Hepatitis nicht von den Krankenkassen übernommen. Patienten, die sich für die PrEP interessieren, zahlen also nochmals drauf. „Hier sollte an allen Ecken kooperiert werden, um die PrEP so schnell wie möglich sinnvoll für eine HIV-Prophylaxe zu nutzen“, appeliert der Apotheker.

Vorangegangene Studien konnten nachweisen, dass die Einnahme der PrEP das Risiko einer Ansteckung mit HIV um bis zu 85% senkt. Weitere Fragen beantwortet Nico Reinold auch vor Ort in der Filiale.

BerlinApotheke Friedrichshain

Warschauer Straße 27

10243 Berlin 

Nico Reinold, Filialleiter der BerlinApotheke Friedrichshain

 

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