Der Checkpoint Berlin ist ein Community-basierter Ort für Beratung zu jeglichen Fragen der sexuellen Gesundheit, welcher in naher Zukunft psychosoziale und medizinische Angebote miteinander verbinden wird. Und man bekommt dort auch die PrEP umsonst. Wie das geht, erzählt Jaques Kohl, Psychologe und Systemischer Therapeut im Haus.

Warum gibt es euer Angebot? Die PrEP-Vergabe ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des entstehenden Checkpoints. Dieser nimmt am Hermannplatz in Berlin-Neukölln stufenweise seinen Betrieb auf und wird in Kürze neben der PrEP-Vergabe auch anonyme Tests auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten sowie eine integrierte medizinische Versorgung anbieten. Das bedeutet, es kann auch gleich behandelt werden kann – auch mit der PEP, der Post-Expositions-Prophylaxe. Im Checkpoint wollen wir zusätzlich unterschiedliche Formate, wie Gruppen, Workshops und Vorträge zu den Themen sexuelle Gesundheit und Substanzkonsum veranstalten. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, wo man sich unkompliziert beraten, testen und gegebenenfalls auch behandeln lassen kann. Seit November 2018 bereits können Berlinpass-Inhaber*innen die PrEP und die dazugehörigen Vor- und Begleituntersuchungen kostenfrei bei uns in Anspruch nehmen.

 An wen konkret wendet sich euer Angebot?

 Erste Voraussetzung für die kostenfreie PrEP ist der Berlinpass. Unser Angebot richtet sich schwerpunktmäßig an in Berlin lebende schwule und bisexuelle Männer* sowie trans* und inter Personen, welche einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren und welche die PrEP als ihre Safer Sex-Strategie wählen möchten. Nicht der eigene Geldbeutel sollte entscheidend sein, ob die PrEP infrage kommt. So sieht das auch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und hat Geld für die Vergabe von PrEP an rund 500 Nutzer*innen sowie für die dazugehörigen Untersuchungen und Beratungen zur Verfügung gestellt.

Was sollte man wissen, bevor man einen Termin macht? Zuerst gibt es ein Beratungsgespräch, um in Ruhe über Wirkungsweise, Einnahmeschema und mögliche Nebenwirkungen zu informieren und noch offene Fragen zu besprechen. Anschließend machen wir die nötigen medizinischen Voruntersuchungen. Wenn es von medizinischer Seite aus keine Einwände zur PrEP-Vergabe gibt, wird eine Woche später das Rezept ausgestellt und die PrEP kann dann in unterschiedlichen Apotheken in ganz Berlin abgeholt werden. Die Nutzer*innen bestellen wir in regelmäßigen Abständen wieder ein, damit wir die nötigen Begleituntersuchungen machen und mögliche Nebenwirkungen und Erfahrungen besprechen.

Termine und weitere Informationen unter prep@checkpoint-bln.de 

www.checkpoint-bln.de

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