Nachts verzückt dieser junge Mann an den Turntables tanzende Menschen, tagsüber trägt er als Schornsteinfeger das Glück über die Dächer von Herne: Maik Conrath engagiert sich als ehemaliger Mister Bear Germany in der Szene nicht nur als DJ, sondern auch als Party-Veranstalter. 

Es liegen hunderte Kilometer zwischen unserem Boner Headquarter in Berlin und deinem Wohnort Herne. Für viele sind es eventuell „Welten“. Was könnten diese beiden Städte – für dich persönlich – trotzdem gemeinsam haben?

„Was Berlin mit dem Ruhrgebiet verbindet, das ist die Offenheit.“

Natürlich liegen zwischen Berlin und Herne die sprichwörtlichen Welten! Aber was Berlin mit dem Ruhrgebiet verbindet, das ist die Offenheit, das Herz auf der Zunge und dass der „Pott“ auch für die Feierszene bekannt ist.

Würdest du auch in eine andere, größere Stadt ziehen? Du bist ja seit einigen Jahren in der DJ- und Produzenten-Branche unterwegs, hast dort auch aufgelegt und spielst allgemein natürlich nicht nur auf Community Events.

Ich fühle mich im Ruhrgebiet sehr wohl, hier bin ich geboren. Ich bin ein Pottkind. Natürlich könnte ich mir vorstellen, nach Berlin zu ziehen. Aber eher, weil mein Herz an der elektronischen Musik hängt und Berlin für mich die Hauptstadt dieser Musikrichtung ist. Ich habe aber genug Erfahrungen mit größeren Städten, da ich auch oft in Köln spiele. Aber auch in Essen, wo ich neulich im Studio, einem der angesagtesten Clubs NRWs, gespielt habe. Auch in anderen Metropolen habe ich schon Erfahrung sammeln dürfen.

Maik Conrath
Drei Blitzfragen an Maik Conrath:

Sind Männer ohne Bart keine richtigen Männer für dich? Nein

Ist eine Sauna nur zum Saunieren da? Nein

Hat Deutschland ein gesellschaftspolitisches Problem? Ja

Wie sehr nehmen Events außerhalb der „queeren“ Welt einen Anteil in deinem Leben ein? Stimmt es, dass die Entlohnung in Westdeutschland deutlich besser ist?

Die Hälfte der Events in meinem Leben sind eigentlich Partys außerhalb der schwulen Community. Die Aussage, dass die Entlohnung im Westen besser ist, kann ich leider nicht machen, da ich zu selten im Osten gespielt habe.

Was macht der sympathische Maik Conrath in seinem Leben, wenn er nicht als „elektronischer Rockabilly“ unterwegs ist?

Von Beruf bin ich Schornsteinfeger und viele sehen mich daher als Glücksbringer. Natürlich nimmt meine Arbeit viel Zeit in meinem Leben in Anspruch. Ich verbringe aber wie jeder Mensch gerne meine Freizeit mit meinem Partner, Freund und meiner Familie. Ob Couchpotato, Kino, Fitness, Kochen, Freizeitparks … ganz normale Sachen. Sehr viel Zeit investiere ich  mit meinem Partner auch als Veranstalter für Queere Partys in Köln.

Weshalb macht man bei einer Wahl zum Mister Bear Germany mit und wie gewinnt man diese? Stimmt es, dass es in der Community – im Vergleich zu anderen Misterwahlen – auch wirklich einen Zusammenhalt und Support gibt? Was regt dich in Bezug auf dieses Thema, besonders auf?

Man darf nicht vergessen, dass es bei der „Bärenwahl“ um soziales Engagement geht. Natürlich spielt auch Aussehen eine große Rolle, was aber nicht überbewertet werden sollte. Ich denke, dass die Bärencommunity nicht viel anders ist als der Rest der schwulen Community. Es gibt auch da gute und schlechte Seiten.

Wo findet man dich in den nächsten Wochen und Monaten – und von welchen Künstlern ist deine Musik inspiriert?

Nach der Bearpride werde ich zwei Wochen Pause machen und mich mehr dem Privaten zuwenden. Am 16. Dezember findet in Köln die COLOURCode Christmas des Rheinfetisch e.V. statt, da bin ich wieder mit am Start. Die nächste größere Veranstaltung in der Queeren Community ist dann die Bärenpaadiie XXL am 21. Januar in Hamburg, wo es zum ersten Mal einen elektronischen Dancefloor geben wird. In der Zwischenzeit laufen auch schon die Vorbereitungen für die erste European Bear Week in Köln, die mein Partner und ich in Zusamenarbeit mit Luca und Frank von der Gentle Bears Bar veranstalten.

Interview von Patrick Ehrhardt

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