Mit „Linda Evangelista“ gelang es ihm einen viralen Hit zu landen. Doch dass das Multi-Talent bereits seit vielen Jahren ein bekannter und begehrter Musik-Prozudent ist, wissen nicht viele. Ein Interview mit DJ, Sänger, Produzent und Songwriter Adam Joseph.

Du kommst aus New York City, eine der vielfältigsten und buntesten Großstädte der Welt. Dient NYC als Inspiration für dich und deine Musik und wenn ja, wie? NYC hat mich viel über Kunst, Musik und über mich selbst gelehrt. Ohne die Zeit, die ich dort gelebt habe, wäre ich heute eine komplett andere Person. Ich habe dort so viele bewundernswerte Menschen aus allen Lebensbereichen kennengelernt, was mich dazu inspiriert hat, Neues zu kreieren und Dinge zu erreichen, die ich mir nie hätte erträumen können.

Wie bist du zum DJing und Singen gekommen, was du ja sogar mitunter gleichzeitig machst? Was begeistert dich daran? Seit ich denken kann, habe ich schon gesungen. Meine Mutter und meine Geschwister haben alle gesunden und wir sind auch zusammen aufgetreten, als ich noch ein Kind war. Ab dem neunten Lebensjahr ging ich auf eine Schule für darstellende Künste in Cincinnati in Ohio, sodass ich schon in meiner Kindheit mit Gesang, Tanz und Schauspiel in Berührung kam. Mit DJing habe ich 2008 auf Anfrage einer Bar in NYC begonnen. Ich habe den Job ohne jegliche Erfahrung angefangen und war samstags für mehrere Jahre Resident-DJ. Danach habe in Europa mit Singen und DJing getourt. Die Sets waren nie wirklich geplant und es wurde einfach Instrumental House-Tracks gespielt und zu diesen Beats habe ich dann Songs, die ich kannte, gesungen. Letztendlich habe ich das Singen und DJing miteinander kombiniert und damit angefangen, alles selbst auf die Beine zu stellen. Durch meine Erfahrung als Producer für Dance-Music, als DJ und als Sänger kombiniert diese Art von Performance alle Dinge, die ich liebe. Es fühlt sich toll an, unabhängig zu arbeiten und alle Elemente einer Performance selbst unter Kontrolle zu haben.

Du hast den Internet-Hit „Linda Evangelista“ produziert, indem du RuPaul’s Drag Race Dragqueens Aja und Valentina geremixt hast. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Ich habe schon davor Songs produziert, indem ich nur die Stimme von anderen verwendet habe (wie The Look ft. Xander oder Shitty Faggot ft. Sophia Lamar). Bitch Tracks sind ehrlich gesagt eine meiner Lieblingsstile in der House-Musik. Als riesiger RuPaul’s Drag Race-Fan habe ich die Untucked-Folge mit Ajas berühmten Geschimpfe gesehen und wie die Leute auf Facebook Memos und Bilder darüber gepostet haben. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hatte die Idee, einen Song daraus zu machen, den ich dann noch am selben Tag veröffentlicht habe.

Du hast nicht nur den Remix mit Ajas berühmter Ansprache produziert, sondern auch mit Dragqueen Peppermint und Drag Race-Jurorin Michelle Visage gearbeitet. Was macht es so besonders und unterhaltsam mit Leuten, die in der LGBTQ-Community mitwirken, zu arbeiten? Begeistert dich das auf besondere Art und Weise? Ich arbeite ja auch mit Mainstream und heterosexuellen Künstlern zusammen aber, ich fühle mich am wohlsten, wenn ich mich selbst in Projekten verwirklichen kann, die an die LGBTQ-Community gerichtet sind. Ich veröffentliche bald eine neue Single „Thirsty” mit Peppermint und schreibe und produziere momentan ein Album für Lady Red Couture aus der bekannten YouTube-Show „Hey Qween” mit Jonny McGovern. Damit habe ich das Gefühl, der LGBTQ-Kultur beizutragen und gleichzeitig andere zu ermutigen, stolz zu sein und sich selbst zu feiern. Von seiner eigenen Community wertgeschätzt zu werden ist eines der besten Gefühle, die ich je hatte.

In der Vergangenheit hast du schon zwei Alben und über zehn Singles veröffentlicht. Wie sieht dein Plan für die Zukunft aus? Willst du ein neues komplettes Album veröffentlichen und was können wir erwarten? 

Ich versuche, weiterhin so viel neues Material wie möglich zu veröffentlichen, und zurzeit arbeite ich zum zehnjährigen Jubiläum an dem Re-Release meines Songs „Faggoty Attention”, um auch neueren Fans einen Teil meiner Geschichte zu zeigen. Ich veröffentliche außerdem meinen zweiten, eigenen Weihnachtssong für die Weihnachtszeit. Heutzutage ist es besser, sich darauf zu konzentrieren, Singles herauszubringen, und wenn dadurch ein Album entsteht, soll es so sein. Momentan möchte ich einfach weiterhin Musik produzieren und so oft wie möglich auf Tour gehen, um dabei meine Fan-Community auszubauen. (I.S.A.N)

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