Der US-Schauspieler Charlie Sheen ist HIV positiv. Nach tagelangem Gerüchtekochen um einen A-List Schauspieler, der sich als HIV positiv outen wird, trat der Star aus Two And A Half Men heute in der Today Show des Senders NBC auf, und sprach erstmals öffentlich über seine Infektion. Vier Jahre lang hat er geschwiegen, wurde von „engsten Vertrauten“ erpresst und zahlte Summen in Millionenhöhe, um sein Geheimnis zu wahren. Nun will er anderen Mut machen,  nicht nur sich zu outen, sondern auch das Stigma, welches ihn erpressbar machte, nicht länger hinzuzunehmen. 

In seinem Coming-out sieht Sheen eine Befreiung und eine Chance. „Heute habe ich mich selbst aus diesem Gefängnis befreit“, lauteten seine Wort in der Morgensendung. In verschiedenen Medien war zu lesen, Sheen habe Aids. Das ist nicht zutreffend, er ist lediglich HIV-positiv. Sheen berichtete im Interview, er nehme seit seiner Diagnose HIV-Medikamente. Zudem bestätigte sein Arzt, dass in seinem Blut HIV nicht mehr nachweisbar sei. Eine gut wirksame HIV-Therapie verhindert auch eine Übertragung des Virus.

In einer Stellungnahme erklärt Manuel Izdebski vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH): „Dass Sheen offenbar zum positiven Coming-out gedrängt wurde, ist inakzeptabel. Auch die vorherigen Spekulationen in den Medien verletzen sein Recht, selbst zu entscheiden, wem er von seiner Infektion erzählt. Dieses Recht hat jeder Mensch – unabhängig von Prominentenstatus und Lebensstil.“ 

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Charlie Sheen at the 2012 FX Ad Sales Upfront | Charlie Sheen, Joella Marano

Aussagen wie diese zeigen leider auch, wie stark HIV noch immer stigmatisiert ist. Die Häme und die Schuldzuweisungen in sozialen Netzwerken sprechen Bände. Zugleich ergreifen aber auch viele Menschen für Sheen Partei und stärken ihm den Rücken.

„Moralische Urteile sind hier vollkommen unangebracht“, sagt Izdebski. Wir wünschen Mr. Sheen, dass er selbstbewusst und offensiv mit seiner Situation umgehen kann. Dass ein Hollywood-Star offen über seine HIV-Infektion spricht, ist eine Chance. Es zeigt, dass man auch mit HIV mitten im Leben stehen kann.“

 

Torsten Schwick

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