Das More in Berlin-Schöneberg gehört zu den Szene-Restaurants überhaupt. Nach dem neuerlichen Inhaberwechsel ist es jetzt ein Schwester-Restaurant vom Jolesch in Kreuzberg, über das der Restaurantkritiker Heinz Horrmann berichtet, dort gebe es das beste Schnitzel der Stadt.

Bereits beim Betreten fällt mir und meinem Kollegen auf, dass hier mit Farbe nicht gespart wurde: Wände und Clubsessel leuchten in kaminrot. Holztische, grüne Bänke und perlen-ummantelte Leuchten, die von der Decke bis zum Boden gehen, verleihen dem Ambiente Originalität zwischen schick und gemütlich. Die übersichtliche Abendkarte regt bereits beim Lesen den Gaumen an. Von Surf & Turf über Rouladen bis hin zur Pasta Tokyo Style mit Udon-Nudeln, fällt die Wahl nicht gerade leicht. Wäre einer von uns Vegetarier, sähe das anders aus. Aber immerhin gibt es ein fleischloses Gericht und saisonalen Spargel. Sehr umfangreich hingegen ist die Getränkekarte mit allein vierzehn Sorten Gin und mehr Schnäpsen, als man an einem Abend trinken sollte. Auf die große Weinkarte mit einer Auswahl an deutschen, französischen, italienischen, spanischen und österreichischen Weinen schauen wir gar nicht mehr, sondern verlassen uns bei der Wahl auf den Geschmack der Geschäftsführerin, Renate Dengg, die uns ebenfalls das Menü zusammenstellt. Als Vorspeise gibt es geschmorten Felsen­oktopus mit Limetten-Erbsenpüree und das Tatar vom geräucherten und gebeizten Lachs auf Avocado-Wasabi-Creme. Frisch, sehr aromatisch und zudem appetitlich angerichtet, dazu ein leichter Sauvignon Blanc – schon singen die Geschmacksnerven.

Klassische Küche mit kreativen und phantasievollen Akzenten, schönen Weinen, und einer nicht zu intimen Atmosphäre machen das More zum Erlebnis.

Nach einer angemessen Pause überrascht der Zwischengang in Form eines Königsberger Klops in Kapern­sauce auf roter Beete. Der Clou ist die gebratene Kaper dazu, die dem preußischen Klassiker eine unerwartet süß-saftige, moderne Note verleiht.

Es folgt geschmorte Rinderoulade mit Spitz­­kohl und Kartoffelpüree und ein Entrecote vom Black Angus Rind mit Süßkartoffel-Pommes und Babyspinat-Salat mit Walnüssen. Dazu passt der 2012er Rioja Reserva Castillo Clavijo perfekt.

Was kaum noch passt ist der Nachtisch. Doch den dreierlei Sorbets aus Granny Smith Apfel, Himbeere und Lychee, der offenen Créme Brúllée, dem warmen Schokoladentörtchen und Kaiserschmarren-Schnitt kann ich nicht widerstehen.

Klassische Küche mit kreativen und phantasievollen Akzenten, schönen Weinen, und einer nicht zu intimen Atmosphäre machen das More zum Erlebnis.

MORE | Motzstraße 28 | 10777 Berlin 

Montag bis Freitag 10–23 Uhr

Samstag und Sonntag 9–23 Uhr 

Brunch à la carte: Samstag 9–16 Uhr

Reservierungen unter
+49 (0)30 – 23 63 57 02 

www.more-berlin.de

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