Hast du bei der Überschrift gerade lachen müssen und dir gedacht: Nein!

Wie sollte ein Schwanz auch jemals zu groß sein können?

Im Allgemeinen kann für die meisten schwulen Kerle ihr Penis nicht groß genug sein. Ähnlich sieht es online aus – Männer, die in ihren Profilen ein XXL-Gerät angeben oder gerne auch mit Fotos belegen, können sich vor Likes und Anschreiben kaum retten. Damit ist die Frage also einfach beantwortet – ein Schwanz kann niemals zu groß sein. Oder vielleicht doch?

Too big? Nur ein schlechter Witz?

Generell lässt sich festhalten, dass sich nur eine kleine Minderheit von schwulen Männern überhaupt ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen muss: Nur rund sechs Prozent der deutschen Männer haben ein Genital, das erigiert größer als zwanzig Zentimeter ist. Bei den Herren mit mehr als dreiundzwanzig Zentimetern in der Hose sinkt die Zahl sogar auf vier Prozent ab.

Kurz gesagt, nur etwa einer von zwanzig Kerlen hat einen richtigen Monsterkolben in der Hose.

Der allergrößte Teil der Gays – über sechzig Prozent – lebt mit einem Penis, der im harten Zustand zwischen fünfzehn und neunzehn Zentimetern groß ist (Quelle FHM). Also sollen sich die extra gut ausgestatteten Herren doch einfach glücklich schätzen und am besten in Pornos ihre übergroße Männlichkeit zur Freude aller zur Schau stellen. Oder?

Genau hier liegt übrigens sprichwörtlich auch der Hund begraben: Unser Selbstbildnis ist stark von der Darstellung gigantischer Schwänze geprägt. Soweit stellt das erst einmal kein Problem dar, wenn Pornofreunde noch den Unterschied zwischen der Realität und der Traumwelt der Pornografie unterscheiden können.

Genau damit scheinen aber nicht wenige Kerle ab und an Probleme zu haben, denn statistisch gesehen ist rund jeder zweite Mann mit seiner Penisgröße unzufrieden. Natürlich dreht es sich in den allermeisten Fällen um den Wunsch, einen größeren Schwanz sein Eigen nennen zu dürfen. Doch tatsächlich gibt es Männer, die auch unter ihrer übergroßen Lanze leiden.

Lange bevor sie zur Hitnummer in der Gay-Szene werden können, müssen jene schwulen Jugendliche mit der Tatsache klarkommen, mehr als die anderen in der Hose zu haben. Gerade in den Wirren einer Pubertät, die durch die Erkenntnis der eigenen Homosexualität noch massiv verstärkt wird, kann das nachhaltig zu Problemen, Mobbing und Ausgrenzung führen.

Worte wie „Hengstschwanz“ mögen viele erwachsene Kerle als Kompliment empfinden, in der Schulzeit dagegen sind solche Begriffe mit Scham behaftet. Ob nun beim Sport, in der Umkleide oder beim Schwimmen im Sommer am Badesee – überall steht praktisch sichtbar das übergroße Gemächt im Mittelpunkt.

Und das während einer Lebensphase, in der der Penis gerne ein sehr spezielles Eigenleben führt und auch immer mal wieder zu allen unpassenden Momenten hart wird. Was normal gebaute Jungs vielleicht noch in ihren weiten Baggys verbergen können, sorgt bei XXL-Jugendlichen für massive Probleme.

Die XXL-Ausstattung und der Analsex

Doch auch für erwachsene Männer kann es zu Schwierigkeiten beim Sex kommen. Sehen wir einmal von den passiven Kerlen ab, die spielend leicht auch einen Straßenpoller einführen können, stellt es für viele Männer ein Problem dar, einen übergroßen Schwanz so einfach in sich einführen zu lassen. Anders als die weibliche Vagina, die darauf ausgelegt ist, sich massiv weiten zu können (Stichwort Geburt), ist der Schließmuskel eines durchschnittlichen Mannes deutlich enger konzipiert.

Natürlich kann mit Feingefühl und Übung jeder Penis auch anal eingeführt werden, doch in der Tat scheuen nicht wenige Männer davor zurück. Immer wieder berichten Kerle mit großen Schwänzen davon, dass sie gerne viel öfter Analverkehr haben würden, es sich aber einfach schwierig gestaltet, passende Partner zu finden.

Das mag in schwulen Hochburgen wie Berlin oder Köln für amüsiertes Kopfschütteln sorgen, außerhalb der selbstgewählten Filterblase stellt das aber ein wirkliches Problem dar.

Ein anderes Thema ist die Standhaftigkeit. Je älter man wird, desto mehr lässt die Elastizität der Blutgefäße in unserem besten Stück nach. Die Schwellkörper verlieren an Spannung und können deshalb das Blut nicht mehr so lange halten – oder die zuführenden Gefäße sind altersbedingt oder durch die Einlagerung von Cholesterin beschädigt.

Das trifft grundsätzlich natürlich alle Männer gleichermaßen, egal ob L-Size oder XXL in der Hose. Aber natürlich ist es für einen kleineren Schwanzbesitzer etwas weniger problematisch, mit diesen natürlichen Prozessen umzugehen, als bei einem Mann, der mit weit mehr als zwanzig Zentimetern hantieren muss.

Wie steif bleibt ein großer Kolben im Alter?

Wir neigen dazu, den Mythos des großen Schwanzes aufrechtzuerhalten und ja, in der Tat, ist ein großes Gemächt auch schön anzusehen. Viel wichtiger dagegen ist aber doch, wie gut der Kerl mit seinem kleinen Freund umgehen kann.

Männer, die sich nur auf die schiere Größe als Referenz für die Liebesleistung ausruhen, sind nach dem ersten Aha-Effekt meistens sehr langweilige Sexpartner.

Die sexuelle Intensität beim Analverkehr ist zudem in den meisten Fällen viel mehr an die Dicke des Schwanzes als an seine bloße Länge geknüpft. Kurz gesagt, eine dicke aber kleine Salami kann mehr befriedigen als ein langes und schmales Wiener Würstchen.

Online und auch gerne in Büchern, wie zum Beispiel „Leben mit einem großen Penis“ von Dr. Richard Jacob und Owen Thomas, wird das Thema gerne humorvoll angegangen. Mit einem Augenzwinkern wird hier vom OMG, dem Opulenten-Männlichen-Genitalien-Syndrom gesprochen.

Und die beiden Autoren stellen sogar die scherzhafte Vermutung an, dass man in einigen Bundesländern inzwischen verpflichtet wird, sich mit einem übergroßen Penis bei der lokalen Polizeistation registrieren zu lassen – in Bayern und Brandenburg definitiv, so die beiden Autoren.

Jungs und Männer mit großen Penissen seien also wirklich arme Geschöpfe, immerhin werden sie ja auch dazu gezwungen, diese in das enge Gefängnis ihrer Unterhosen einzusperren. Gut, bei diesem Problem sind wir schwulen Kerle natürlich sehr gerne behilflich, oder?

Aber abseits aller humorvollen Auseinandersetzung mit dem Thema und der eingangs gestellten Frage, sollten wir vielleicht trotzdem festhalten, dass ein großer Schwanz nicht grundsätzlich immer und in jeder Lebensphase nur Glück und Freude bedeutet. Wir alle werden mit unseren körperlichen Gegebenheiten leben müssen, wenn wir nicht den Weg einer OP in Betracht ziehen wollen.

Mehr Spaß für Klein und Groß ist möglich, wenn wir mit einer etwas entspannteren Herangehensweise festhalten, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben, auch wenn es unterschiedlich schwer sein mag. Wir dürfen große Schwänze weiterhin attraktiv und sexy finden, doch viel wichtiger im normalen Leben und für den persönlichen Sex ist der restliche Typ, der an dem Penis dranhängt.

Credit Bilder: Helix Studios / 8teenboy

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