Deutschlands erstes schwules Rugby-Team geht in die zweite Runde. Aber diesmal nicht bei einem internationalen Turnier, sondern mit einem Jahreskalender für das Jahr 2014. Der Dubliner Dave Egan kam im letzten Jahr auf die Idee, Rugby in die Berliner Community zu bringen.

Uns erzählt er exklusiv, warum er die Berlin Bruisers gründete, was Rugby für die Mitglieder bedeutet und warum es den sexy Kalender gibt!

Dave, was hat dich dazu inspiriert, ein schwules Rugby-Team in Berlin aufzustellen?

Vor zwei Jahren habe ich Mike, einen Spieler des Brüsseler Teams „Straffe Ketten“ kennen gelernt. Er war in Berlin zu Besuch bei seinem Partner Luke, der einer meiner besten Freunde ist. Mike erzählte sehr begeistert von Rugby und ich wurde immer neugieriger. Eines Tages fuhr ich mit nach Brüssel zu einem Spiel der „Ketten“ gegen das Pariser Team. Ich war enorm beeindruckt von der Professionalität der Spieler sowie den sozialen Aspekten des Sports.

Die Jungs sind total offen und freundlich zueinander. Auch die Heftigkeit, mit der die Teams gegeneinander gespielt haben, und diesen Biss, gewinnen zu wollen, hat mich fasziniert. Danach wollten Luke und ich unbedingt ein Berliner Team gründen.

So viele heiße Kerle, und nur ein Ball…ich wittere großes Potential für emotionales Drama. Aber dafür habt ihr ja Regeln, richtig?
Naja, “Regeln“ klingt sehr hart. Wir sind alle erwachsen und erwarten von unseren Spielern, sich dementsprechend zu verhalten. Es sind eher Richtlinien, die sich aus Gesprächen mit anderen Teams ergeben haben. Der Spruch „Don‘t screw the crew“ passt hier ganz gut. Letzten Endes machen die Spieler natürlich, was sie wollen – aber es ist halt schade, wenn es dann nicht funktioniert und einer oder beide Spieler wegen so etwas nicht mehr zum Training kommen.

Es gibt euch jetzt seit einem Jahr. Welches Feedback bekommst du von den Spielern?

Das Feedback ist unglaublich – auf so vielen Ebenen. Rugby ist eine fantastische Sportart. Jeder kann mitmachen, unabhängig von Größe oder Körpertyp. Die soziale Komponente ist auch toll, wie wenn wir nach einem harten Training gemeinsam auf ein Bier rausgehen. Das hat auch vielen Neu-Berlinern geholfen, einfach und schnell nette Leute kennenzulernen. Wir sind eine coole Truppe und diejenigen, die schon länger mit uns trainieren, berichten mir, dass sie selbstsicherer werden. Rugby ist schon echt hart: Du schmeißt dich auf den Rasen und kämpfst im Schlamm um den Ball. Im Scrum (dt.: Gedränge – Spielsituation, in der es darum geht als Team den Ball zurück zu erobern.) geht‘s richtig zur Sache. Wenn du den Scrum gewinnst oder es schaffst, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern – es gibt einfach kein besseres Gefühl auf der Welt!

Der Kalender für 2014 kommt diesen Monat raus. Was hat das Team davon?

Na, wir müssen eine ganze Menge Ausrüstung besorgen, und es ist nicht gerade billig, so ein Team am Laufen zu halten. Es hat uns sehr überrascht, wie teuer das alles ist. Der Erlös des Kalenders fließt in die Vereinskasse und es macht uns als Team natürlich auch viel Spaß, den Kalender zu gestalten. Wir hoffen, dieses Jahr ganz viele zu verkaufen. (ts)

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