Die Lesbisch Schwulen Filmtage in Hamburg warten mit einer vielfältigen Auswahl an internationalem Cinema auf. An insgesamt sechs Tagen werden queere Werke aus aller Welt gezeigt, und auch das Rahmenprogramm lässt die Hamburger Szene zum Winteranfang aufblühen. Das Festival jährt sich zum 26. Mal und wird seit 1995 vom Querbild e.V. organisiert. Sebastian Beyer von der Presseabteilung gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen. 

Wo liegt Euer Fokus bei der Filmauswahl?

Wir versuchen jedes Jahr, die interessantesten neuen queeren Filme aus aller Welt nach Hamburg einzuladen. Wichtiger als Premieren sind uns inhaltliche Relevanz und interessante Formen. Was wir zeigen, entscheiden wir immer in einer vielfältig zusammengesetzten Gruppe, in der wir oft lange diskutieren, warum ein Film wichtig ist oder auch nicht. Durch diese intensive Auseinandersetzung kommt immer ein überraschendes Programm heraus, was den Anspruch hat, für eine jede_n etwas dabei zu haben. Die gesamte Bandbreite queeren Lebens findet sich in verschiedensten Filmgenres beim Festival wieder.

Eisenstein in Guanajuato

Werden viele Filmemacher erwartet, die man treffen kann?

Einige Filmemacher_innen werden ihre Filme persönlich vorstellen. Zum Beispiel Sebastiano Riso aus Italien. Er erzählt in seinen Film „Più buio di mezzanotte“ die Geschichte von Davide, der aus seinem gewalttätigen Elternhaus ausbricht und mit Sexarbeiter_innen auf den Straßen von Catania lebt. Antonio Centeno und Raúl de la Morena aus Spanien dokumentieren das Projekt „Yes, we fuck!“, welches Menschen mit sogenannten Beeinträchtigungen ermöglicht, ein sexuell erfüllendes Leben zu führen. Und Gustavo Vinagre aus Brasilien hat mit „Nova Dubai“ einen explizit poetischen Film nicht nur über Immobilienspekulation gemacht.

Was bietet das Rahmenprogramm?

Vor, während und nach dem Festival veranstalten einige Hamburger Partyorganisator_innen spezielle „Push-Up“-Parties für die Lesbisch Schwulen Filmtage – mit einem Teil des Eintritts unterstützen sie das Festival. Außerdem laden zwei Vertreter_innen des Queer Lisboa-Festivals aus Portugal mit einem Vortrag ein zur Diskussion über Inhalte queerer Filmfestivals.

Gibt es einen heimlichen Favoriten dieses Jahr?

Das gesamte Programm ist natürlich voller Highlights. Besonders ans Herz zu legen ist vielleicht einer unserer „Hits in der Mitte“: „A Escondidas“ (Der heimliche Freund) erzählt von der ersten Liebe zwischen einem jungen Spanier und einem illegalisierten Marokkaner. Ein hochaktueller Beitrag zur Lage von Flüchtenden, der keine_n unberührt und hoffentlich wütend werden lässt.

Interview Torsten Schwick

Studio 54 – Directors Cut
Cha va con va © DNY Productions

26. Lesbisch-Schwule Filmtage Hamburg
20. – 25. Oktober
www.lsf-hamburg.de

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