In Berlin gehört die Bar Mutschmanns zu einem der beliebtesten Treffpunkte für schwule Kerle. In diesem Jahr feiert die Location ihre Volljährigkeit, ändert dabei ein wenig ihr Konzept und zieht jetzt in neue Räumlichkeiten in die Motzstraße um.

Inhaber André Engels freut sich sehr über den Neustart:

„Man kann jetzt den Laden gestalten, wie man es zu einhundert Prozent möchte und wie man denkt, dass es vor allem für die Gäste auch gut ist!“

Dabei hat er sich viele Gedanken über das neue Konzept gemacht. Zu Beginn war das Mutschmanns noch eine richtige Lederkneipe. Doch die Fetisch-Szene verändert sich immer mehr, sodass eine neue Herangehensweise dringend notwendig wurde, so Engels weiter:

„Keiner der Jungs, der heute zwischen 20 und 40  Jahre alt ist, kann sich eine Leder-Kombination überhaupt noch leisten. Für die ist schon ein Harness, Sprinterhose und coole Sneakers ein Fetisch.“

 

So lockerte er das Konzept auf, damit keiner mehr Berührungsängste mit dem Mutschmanns haben muss.

Willkommen ist heute Jedermann, ob jung oder alt.

„Ich kann ja auch nicht einfach anfangen, Gäste nicht mehr in meine Bar zu lassen, die jetzt fünfzig Jahre alt geworden sind, davor aber zwanzig Jahre treu gegenüber unserer Bar waren“, so der Inhaber im Gespräch mit dem Boner  Magazine. Ihm liegt viel an dem Publikum, wie er immer wieder gerne betont:

„Der Respekt vor den Gästen ist mir sehr wichtig, auch wenn ich damit vielleicht etwas old school bin. Der Gast ist König – nicht immer, aber meistens. Man braucht natürlich auch strikte Regeln, es gibt ab und an auch Gäste, die schießen über das Ziel hinaus. Wir sind für alle offen, die Lust haben, hier eine gute Zeit zu haben!“

Und was wird jetzt alles neu am neuen Mutschmanns?

Der Style bleibt industriell, aber es wird bequemer. Dazu wird es eine neue Lichttechnik und eine Klimaanlage geben – gerade für den nächsten Sommer ein dicker Pluspunkt. Zudem ist der Laden jetzt an sich viel größer, auch wenn Gäste das vielleicht anfangs nicht vermuten, da die Location nun in mehrere, kleinere Räume aufgeteilt ist.

Kurzum, das manchmal aufgetretene Wartehallen-Feeling ist weg und weicht eher einem Gefühl von Geborgenheit. Ein Ort, an dem man immer wieder gerne zu Besuch kommt. Im Sommer will Engels zudem auch bereits um 18:00 Uhr öffnen, sodass es künftig möglich sein wird, bereits sein Feierabendbierchen im Mutschmanns zu trinken und gleich dabei einige nette Männer kennenzulernen.

Interview Torsten Schwick / Beitrag Michael Soze

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