Das Spiel mit der dunklen Lust in dir!

Ein guter Freund aus Amerika, der seit einigen Jahren in Berlin lebt, erzählte mir neulich eine amüsante Geschichte: Als der erste Band von „50 Shades of Grey“ erschien, war er der festen Überzeugung, das Buch handle über das graue Winterwetter in der deutschen Hauptstadt.

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Ganz so langweilig ist das Buch dabei doch nicht, auch wenn schwule Männer amüsiert lächeln müssen, weil die ach so wilden heterosexuellen BDSM-Spielchen für uns Jungs eher ein gemütliches Sonntag-Nachmittag-Kaffeekränzchen sind.

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Das Spiel gerade mit den Fesseln und der Bestrafung ist für jeden fünften schwulen Single-Mann ein fester Bestandteil seiner Sexualität. Diese sexuelle Spielart lässt sich auch mit dem Partner neu entdecken – in einer festen Partnerschaft lieben aktuell rund sechzehn Prozent SM-Spiele zur Luststeigerung.

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Für manche gehört dies als eine Variante von vielen zur Abwechslung im Bett, für andere wiederum ist es ein wesentlicher Aspekt und ständiger Begleiter beim Sex.

Noch beliebter ist das Rimmen des Partners, rund sechzig Prozent kümmern sich in einer festen Beziehung um den Arsch des Liebsten, bei den Singles ist es noch etwa jeder zweite schwule Kerl, der sich gerne intensiv um das Loch seines Gegenübers kümmert.

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Ein wichtiger Punkt gerade beim Spiel mit den Fesseln ist dabei Vertrauen. Ein wesentlicher Grund, warum häufiger mit vertrauten Partnern auf diese sexuelle Variante des Lustgewinns zurückgegriffen wird.

Bei einem schnellen oder anonymen Sexdate ist für viele Männer die Gefahr zu groß, was der Fremde mit einem machen könnte, wenn man sich ihm gänzlich ausliefert.

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Zudem stellt sich die Frage, wie routiniert das Gegenüber mit Seilen oder anderen Utensilien wie Ketten, Klemmen, Handschellen oder auch zum Beispiel Kerzenwachs ist. Richtig genussvoll wird ein solches Treiben erst, wenn man weiß, was man wirklich macht. Ansonsten ist es nicht viel mehr als ein netter Showeffekt.

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Ein anderer Aspekt ist das Thema Zeit. Ein Quickie kommt meistens ohne SM- oder Fesselspiele aus, denn um richtig und mit viel Genuss diese Leidenschaft auszuleben, braucht es Zeit.

Klar, manchmal wollen wir die schnelle Nummer für zwischendurch, doch sollten wir uns vielleicht öfter die Möglichkeit erlauben, mit mehr Zeit auch viel mehr Spaß beim Sex zu haben. Der Trend hin zum Slow Food, also zum genussvollen Genießen von Speisen, lässt sich auch beim Sex weiterführen.

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Wie wäre es mit einer runde Slow Sex?

Das Gefühl, ausgeliefert zu sein, die Fesseln auf der Haut zu spüren, ist ein sehr individuelles und sehr intensives Gefühl. Seile fühlen sich ganz anders an als kalter Stahl. Zudem können wir mit Kerzenwachs und Wasser prickelnde und abwechslungsreiche Nervenexplosionen in unserem lustvollen Gehirn erzeugen.

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Zwischendurch können wir mit Gleitgel oder unterschiedlichen Massage-Ölen unsere Haut geschmeidiger machen und wiederum ein völlig neues Empfinden erleben. Es geht natürlich zum einen um den Kontrollverlust als Befreiung im Partnerspiel, den Kopf auszuschalten und einfach über nichts mehr nachdenken zu müssen.

Das können wir mit dem richtigen Mann auf wunderbare Weise erleben. Es funktioniert aber zum anderen auch genauso gut im Alleingang, wenn wir uns erlauben, unsere Sinne intensiver wahrzunehmen. Spüren, fühlen, schmecken.

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Wir haben gefühlt schon eine Million Mal uns selbst einen Orgasmus beschert, trotzdem könnten wir immer noch etwas Neues beim Masturbieren entdecken – ob nun alleine, oder zu zweit. Immerhin fünfundneunzig Prozent der Schwulen tun es regelmäßig.

Laut einer Studie erleben Männer dabei rund 7.200 Orgasmen in ihrem Leben. Für schwule Männer ist die Zahl kaum vorstellbar, entspricht sie doch den Orgasmen von vielleicht gerade einmal einem Jahr, oder? Doch genug von der Statistik, konzentrieren wir uns wieder auf die Lust.

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Egal, wie oft wir Hand anlegen, ob allein oder mit mehreren, den Lustgewinn können wir auch als Meister-Masturbatöre noch deutlich steigern. Der Wechsel in unserem Spiel bringt den richtigen Kick hinein.

Wir können unseren Prügel hart anpacken oder sanft, wir können mit Schmerzen als Lustgewinn spielen, mit Reizen und Eindrücken. Der kalte Stahl, unnachgiebig und hart, gegenüber den Fesseln. Das Aufbegehren und nachgeben. Ebenso wie das Spiel mit dem Fremdwichsen, das Hinauszögern bis zur Explosion. Handschuhe auf unserer Haut – von Leder bis zum Winterfäustling.

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Wann hattest du deinen letzten Mega-Orgasmus?

Zu lange her? Worauf wartest du? Eine weiterer Aspekt: Beim Ausleben mit einem anderen Kerl oder mehreren geht es immer auch um Macht. Doch der offensichtliche Schein kann auch hier trüben.

Trotz Ketten oder Seilen am Körper kann der gefesselte Mann der dominierende Part, der Bestimmende sein. Und gerade in der Szene gibt es auch viele Switcher, die manchmal gern dominant und ein anderes Mal lieber devot sind.

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Mal geht es um Lust und Qual, um ein Wechselspiel, ein anderes Mal ist es ein simples „Weltvergessen“ – ein Erlebnis, zu einhundert Prozent im Hier und Jetzt zu sein und an nichts anderes zu denken.

Das gelingt umso leichter, je mehr man andere Sinneseindrücke (Telefone, helle Beleuchtung, Straßenlärm oder ähnliches) ausblendet. Wann warst du zuletzt einfach nur ganz im Augenblick verwurzelt?

Kannst du dich schon gar nicht mehr daran erinnern? Dann wäre es aber wieder einmal höchste Zeit dafür, findest du nicht? Die Grenzen existieren nur in deinem Kopf – doch zum Glück wartet gleich daneben bereits deine Fantasie darauf, die roten Linien zu überschreiten und spannendes Neuland zu betreten. Das ist der Weg hin zum Mega-Orgasmus.

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Wir sollten mehr dieser Lust nachgehen, uns mehr erlauben, sie zu erkunden. Was können wir schon verlieren? Diese dunkle Lust hat nichts mit einer gefährlichen Finsternis zu tun, sondern lebt in der Schattenwelt, in der sich all die größten Freuden verstecken.

Sie ist nicht verboten, sie will aber gefunden und entdeckt werden – und ein bisschen müssen wir schon selbst etwas dafür tun. Unser Orgasmus dauert in der Regel nicht länger als zwölf kurze Sekunden, doch die Zeit davor gehört ganz uns.

Mit etwas mehr Leidenschaft und Ruhe können wir so vorab dafür sorgen, dass die paar Sekunden des sexuellen Schlussakkordes unbeschreiblich mehr intensiver werden.

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Abspritzen nach drei Minuten? Echt jetzt?

Gerade viele junge Homosexuelle können manchmal gar nicht schnell genug ihren Schwanz auspacken, bevor sie bereits abspritzen. Die Urologische Klinik der Universität Köln hat festgestellt, dass der Orgasmus beim Mann durchschnittlich nach zwei bis drei Minuten eintritt.

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Twinks sind jung, dauergeil und was interessiert sie die nächste Stunde, wenn sie jetzt drei Mal hintereinander ihren Samen in die Welt feuern können, oder? Liebe Jungs, klar doch, genießt das, doch wie wäre es, ab und an eine Pause einzulegen?

Es geht nicht um Keuschheit auf Zeit – auch wenn das eine weitere, sehr spannende SM-Spielform sein kann -, es dreht sich darum, den Orgasmus und damit das Gefühl von Freiheit und Rausch im Kopf zu steigern. Viele junge Schwule sind in Punkto Sex eher die Fastfood-Generation, quick, dirty und schnell bitte.

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Die älteren Männer dagegen legen meistens ihren Schwerpunkt auf das Genießen. Ja, sie können sicherlich auch nicht mehr so oft und so schnell hintereinander einen Orgasmus erleben wie die Jungs, doch das Spiel mit Zeit und Erleben ist mehr als eine einfache Notwendigkeit im Alter.

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Es schafft ein geileres Empfinden für sich, seinen Körper und seinen eignen Orgasmus – und diese Lust auf den Genuss, auf Spielchen mit Fesseln, auf einen Mehrwert beim Sex ist etwas, dass Jung wie Alt gleichermaßen erleben können.

Vielleicht sogar zusammen?          

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Lust auf noch mehr Lust? Wie wäre es hiermit?:

Sex mit dem Callboy?!

 

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