Burn-Out, Depressionen, Nervosität. Diese Begriffe beherrschen unsere Zeit. Oft ist die Ursache ganz einfach Stress. Dieser ist nicht nur lästig, er kann sogar stark gesundheitsschädlich sein. Wichtig ist, sich darüber bewusst zu werden, welche Art von Stress man erlebt und woher der Stress eigentlich kommt.

Welche Arten von Stress gibt es?

Positiver Stress

Wenn wir eine Situation als spannende Herausforderung empfinden, an der wir wachsen können, steigert positiver Stress das Selbstvertrauen und Wohlbefinden. Er macht uns leistungsfähiger, zufriedener und spornt uns an.

Negativer Stress

Negativer Stress entsteht dann, wenn wir nicht für genügend Erholungsphasen sorgen. Überforderung, Unterforderung, aber auch Langeweile kann auch negativ stressen. Wir werden antriebslos und weniger leistungsfähig. 

Ur-Stress

Evolutionär betrachtet, war Stress früher nötig, um unser Überleben zu sichern: Bei drohender Gefahr schaltet der Körper auf Angriff oder Flucht. Daher reagieren wir bei Stressreaktion heute immer noch so, dass sich Herzschlag und Atmung beschleunigen und die Muskulatur sich anspannt.

Instinktiv gehen wir dann entweder auf Angriffs- oder Fluchtmodus. Diese Reaktion verbraucht viel Energie, deshalb fühlen wir uns danach erschöpft. Allerdings können wir im Alltag kaum mit Kampf oder Flucht auf eine stressige Situation reagieren. Die freigesetzte Energie muss daher anderweitig kanalisiert werden.

Stressauslöser wahrnehmen

Äußere Stressauslöser sind Alltagssituationen, die wir als unangenehm oder bedrohlich empfinden. Dazu gehören Verkehrsstaus, lange Wartezeiten, Schulden, Krankheiten, Schmerzen, Langeweile, Kritik oder ganz einfach Lärm.

Innere Stressauslöser hat man meistens erlernt, die Ursachen dafür findet man in der Erziehung. Je nachdem nimmt man Situationen oder Personen dann eher als Stressauslöser wahr. Stichpunkte sind hier: zu hohe Ansprüche oder Erwartungen, unerfüllte Sehnsüchte, geringe Belastbarkeit, Perfektionismus.

Dann gibt es noch psychisch-mentale Stressauslöser. Man erlebt sie als psychische Belastung, etwa in Situationen von Über- oder Unterforderung, bei unklaren Zielvorgaben, Leistungs-, Zeit- sowie Konkurrenzdruck.

Soziale Stressauslöser sind solche, die abhängig von den Begebenheiten sind, in denen man sich befindet. Mobbing, isoliertes Arbeiten, negatives Betriebsklima, schlechtes Raumklima sowie belastende Arbeitszeiten zählen zu den bekanntesten sozialen Stressauslösern.

Aktiv gegen Stress

Planen

Macht euch einen Plan, egal ob monatlich, wöchentlich oder täglich. Je klarer und organisierter du deine Termine und Aufgaben einteilst, desto konsequenter und effektiver kannst du auf das Wesentliche hinarbeiten. Aufgaben nach Priorität ordnen, realistisch einschätzen, wie lange du brauchst und dann versuchen, Spaß an der Arbeit zu haben.

Entspannen

Kleine Pausen wirken Wunder gegen Stress. Nimm dir Zeit für dein Frühstück, gehe eine runde um den Block oder hole dir kurz auf der Bürotoilette einen runter. Das ist keineswegs Zeitverschwendung, fördert die Durchblutung und lenkt wenigsten kurz ab. Auch dein Chef sollte wissen, dass zu lange, intensive Belastung die Qualität deiner Arbeitsergebnisse verschlechtert.

Leistungskurve beachten

Jeder Mensch hat zu unterschiedlichen Tageszeiten einen anderen Energie-Level. Aber die meisten von uns erleben ihren Leistungshöhepunkt am Morgen. Daher sind die frühen Stunden die beste Zeit für wichtige, komplexe Aufgaben. Nach dem Mittagessen fallen wir in ein Tief. Die Erledigung von Routinearbeiten sind daher besser für den Nachmittag geeignet.

Jobwechsel

Manchmal bist du einfach im falschen Umfeld. Wenn die Situation auf der Arbeit zu belastend , du etwa gemobbt oder einfach nicht mit den Kollegen warm wirst, kommt für dich vielleicht eine Versetzung in Frage. Ebenso sind chronische Unter- oder Überforderung ein guter Anlass, um über einen Job- oder gar Karrierewechsel nachzudenken. Auch eine Stundenreduzierung – sofern machbar – kann dir den Spaß an der Arbeit zurückgeben.

Verantwortung teilen

Bevor es zu schlimm wird, kannst du auch versuchen, soziale Unterstützung zu bekommen. Etwa indem ihr euch im Team die Aufgaben besser aufteilt. Du bist wahrscheinlich nicht der einzige, der unter Druck oder Stress leidet. Gemeinsam aktiv den Stress im Betrieb zu reduzieren, fördert den Teamgeist und steigert somit auch Effiziens und Leistung.

Was denkst du darüber?