Kurt Walters beschreibt seine Werke selbst als „Klassizismus mit einem Augenzwinkern“. Seine Motivwahl ist eklektisch: Mal nimmt er sich junge, träumende Frauen im Mondlicht vor, mal in Wolken hängende Männer, die Wasser aus Krügen gießen. Für euch haben wir uns jedoch gezielt in seiner Sammlung von Bildern mit sexy Kerlen umgeschaut. Im Gespräch mit MACHO Magazin verrät uns der sympathische Amerikaner mit deutschen Wurzeln was ihn alles so bewegt und inspiriert.

Wir lieben deine aufregenden Arbeiten! Erzähle mal bitte, wie bist du zur Malerei gekommen?

Das ist nicht so leicht zu beantworten ohne groß auszuschweifen. Ich denke aber, dass meine frühe Liebe zu Künstlern der Renaissance wie Raphael, Botticelli und Fra Angelo entscheidend war. Ihre Ästhetik und das Schönheitsideal der Zeit haben in mir das Interesse geweckt, etwas von mindestens annähernder Schönheit zu schaffen. Zudem waren beide meine Großväter Künstler. Mein amerikanischer Opa war Grafik-Designer bei der Mobil Oil Company. Mein deutscher Großvater, den ich leider nie kennen gelernt habe, war ein erfolgreicher Maler in den Dreißigerjahren in München. Ich denke daher, dass ein Teil in mir immer schon eine Leidenschaft für die Malerei hatte.

Und wo findest du deine Models?

Dank der Flut an Bildern im Internet kann ich stundenlang vor dem PC sitzen und Bilder anschauen. Dabei sehe ich mir alles an, von antiken Gemälden bis hin zu den neusten Pornobildern. Im Prinzip hat jedes Bild das Potenzial, mich zu inspirieren. Ich schaue einfach so lange, bis ich irgendwo hängen bleibe, meistens bei einem Detail, dass mich fasziniert. Mal ist es die Perspektive, von der aus ein Körper fotografiert wurde, mal wie der Kopf eines Models geneigt ist. Oder ich liebe ein besonderes Licht, oder die Komposition, es ist ganz unterschiedlich. Das Bild nehme ich dann, schneide es zu, drehe es herum, spiele damit oder verfremde es. Ich habe eine leichte Leseschwäche, daher sehe ich manche Bilder bereits verkehrt herum. Es kommt oft vor, dass ich ein Bild automatisch spiegele.

Worauf achtest du noch bei deiner Motivwahl?

Ich suche schon Models aus, die etwas Eigenes und Spezielles haben. Das typische oder generische Schönheitsideal von heute ist sehr einheitlich. Ich sehe gerne eine interessante Nase, einen eindringlichen Blick oder jemanden, der sich seiner Schönheit – wie ich sie empfinde – nicht bewusst ist. Es ist immer eine Herausforderung, mit jemandem zu arbeiten, der eine Attitude hat. Ich empfinde es auch als ermutigend, wenn jemand das Außergewöhnliche zu schätzen weiß.

Kurt Walters wird zu einem Private Viewing am 11. Januar 2018 in München anwesend sein.

Kunstbehandlung

Müllerstraße 40

80469 München

Interview: Torsten Schwick 

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