12,2 Sekunden dauert im Durchschnitt der männliche Orgasmus, auf das gesamte Leben hochgerechnet sind dies über neun Stunden, hierbei werden bis zu fünfzig Liter Sperma produziert – wäre es nicht schön, das geile Gefühl steigern zu können? 

Rund 54 Prozent der Männer denken nach Angaben des Kinsey-Institutes mehrmals täglich an Sex. Nicht immer ist das von Vorteil. Micha Schulze, Autor des schwulen Ratgebers Das Orgasmusbuch: „Sex ist eine Kopfsache! Wir verbringen das Vielfache der Zeit damit, über den Orgasmus nachzudenken, als ihn letztlich zu haben!“ Denn die größten Orgasmuskiller sind oftmals unsinnige Vergleiche mit anderen Männern, fehlende Kommunikation sowie selbsterzeugter Stress.

Durch das Trainieren des sogenannten Musculus pubococcygeus, kurz PC-Muskel, kann jeder mehrfach kommen.

Rund 90 Prozent der schwulen Männer erleben bei der Selbstbefriedigung und beim Sex mit einem anderen Mann fast immer einen Orgasmus, so das Ergebnis einer Umfrage der amerikanischen Website Queendom. Dabei muss man biologisch gesehen den Orgasmus von der Ejakulation trennen. Letzteres dient zur Fortpflanzung, während der im Kopf stattfindende Orgasmus eine Belohnung für den nachwuchsfördernden Akt darstellt, bei dem verschiedene Sexhormone ausgeschüttet werden. Natürlich bleibt der Kindersegen bei schwulen Männern aus. Neben dem bekannten gibt es auch den analen Orgasmus, der durch das Massieren der Prostata entsteht und am intensivsten ist, wenn er simultan mit dem genitalen Orgasmus passiert.

Photo: LucasEntertainment

Multiple Orgasmen gibt es auch bei schwulen Männern! 

Der Fachmann unterscheidet dabei verschiedene Orgasmustypen, vom eruptiven, laut stöhnenden Vulkan, weiter zu der eher sanft dahinwiegenden Welle, über den manchmal auch mit mehreren Orgasmen ausgestatteten Sturm bin hin zur wilden, nicht kontrollierbaren Achterbahn, die vor allem bei Jugendlichen auftritt. Selbst der Orgasmus an sich ist in vier Phasen unterteilt, von der ersten Erregung, über die Plateauphase, in der der Körper den Höhepunkt vorbereitet, bis zum Orgasmus schließlich selbst und zur Rückbildung, in der sich alle Körperfunktionen wieder normalisieren. Je nach Alter und Ausdauer dauert letzteres einige Minuten oder Stunden. Aber man kann das beeinflussen, indem man sich darauf konzentriert, multiple Orgasmen zu erleben. Durch das Trainieren des sogenannten Musculus pubococcygeus, kurz PC-Muskel, kann jeder mehrfach kommen, dabei aber nur einmal abspritzen. Diese Muskelstränge befinden sich unter den Hoden in Anusnähe und können beim Urinieren getrimmt werden, in dem man zwischendurch kurz den Strahl stoppt. Dadurch lässt sich zudem die Intensität des Kommens steigern – aus kleinen Schüben können so starke Stöße von Sperma werden.

Kann man einen guten Orgasmus trainieren? 

Der Orgasmus kann ebenso durch einige praktische Übungen verbessert werden: Während dem Sex immer mal wieder kurz aufhören und dann langsam weitermachen, die Stellungen und Handgriffe wechseln oder bei der Selbstbefriedigung die Eichel mal mit einigen Fingern, mal mit der ganzen Faust stimulieren. Oft werden beim Sex auch viele sogenannte nicht spezifische, erogene Zonen vernachlässigt, die auf dem Weg zum perfekten Orgasmus aber dazu gehören: Mit der Zunge oder den Händen lassen sich genussvoll Partien wie Genick, Hals oder Oberschenkelinnenseiten erforschen. Auch wer besonders lange keinen Orgasmus hatte, wird meistens viel weiter und kräftiger abspritzen. Generell gilt die Regel: Je länger man auch beim Akt den Höhepunkt hinauszögert, desto größer ist meistens das Lustempfinden. Sex hat zudem etwas damit zu tun, seine Hemmungen zu verlieren, so sind Stöhnen, lustvolle Schreie oder auch Dirty Talk profunde Möglichkeiten, die Lust und auch das Kommen intensiver zu gestalten. Auch Kreativität erhöht das geile Empfinden, onaniert einmal mit Handschuhen, seht euch im Spiegel beim Sex zu, stimuliert den Penis des Partners durch den Stoff seiner Hose hindurch oder spielt mit kalten Eiswürfeln am ganzen Körper. Wenn dies alles zusammenkommt, sprechen die Fachmänner gerne vom Ganzkörper-Orgasmus.

Michael Soze

Was denkst du darüber?