Ein neuer Fetisch-Designer und Künstler macht sich derzeit auf, die Welt zu erobern – und wir sind uns sicher, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis Albino Hector ein fester Begriff in der schwulen Community sein wird. Warum? Seine Fetisch-Kleidung, Sneaker-Masken und 3D-Skulpturen sind einzigartig und stets ein besonderer Hingucker. Und der junge Mann selbst natürlich auch. Inzwischen lebt er in Barcelona und fühlt sich da sichtlich wohl, wie er uns verraten hat – natürlich auch auf Grund der besonderen Fetisch-Szene in der Millionenstadt am Mittelmeer.

Du bist heute ein fester Bestandteil der Fetisch-Szene, aber wie hat alles angefangen?

Ich denke, dass das bereits als Kind bei mir anfing. Ich war praktisch besessen von einigen Charakteren aus Zeichentrickserien und Videospielen, in denen ich immer mehr gesehen habe als klassische Schurken in dunklen Outfits. Zum Beispiel hat mich Venom immer sehr fasziniert! Generell alles, was die Verwandlung eines menschlichen Charakters in etwas anderes behandelte, liebte ich, weil es so wunderbar verrückt war.

Ich denke, da gibt es in Punkto Transformation viele Querverbindungen zum Fetisch. Was die Fetisch-Szene als solche betrifft, fing ich an, mich im Jahr 2015 im Alter von 22 Jahren dafür zu interessieren. Am Anfang war das alles etwas schwierig, da zu dieser Zeit das Interesse am Sneaker- und Sportfetisch in Madrid sehr klein war. Im Internet traf ich schließlich Gleichgesinnte, knüpfte Kontakte und war nicht mehr allein mit diesem Abenteuer.

Wie hat speziell Sneakerwear und Sportswear dein Herz erobert?

Für mich ist dieser Fetisch sehr ästhetisch. Da entstehen in meinem Kopf sofort viele Verbindungen, die mir absolut Spaß machen. Diese geschwungenen Linien zum Beispiel, die sich in den TN-Sneakers finden, stehen für mich in direkter Verbindung mit den Monstern aus den Alienfilmen, dem Xenomorph, oder auch der Architektin Zahl Hadid. Allem liegt ein futuristischer Unterton zu Grunde, das macht mich ganz wild und verrückt vor Begeisterung. Mich fasziniert aber zum Beispiel auch das Bild eines Mannes, der die Turnschuhe eines anderen leckt. Es ist alles ein Spiel mit der Macht, ein Akt der Überlegenheit, bei dem die Schuhe die Hauptrolle spielen.

Wie kamst du dann auf die Idee, deine eigene Fetisch-Kleidung zu entwerfen?

Ich habe schon lange nach Künstlern gesucht, die sich thematisch mit Sneakers auseinandersetzen. Nicht unbedingt nur im Fetisch, gerne auch im kreativen Bereich. Eines Tages beschloss ich, dass es nun Zeit für mich wäre, hier tätig zu werden – und so entwarf ich die ersten Masken. Ich tauschte also ein wenig die Rollen und wurde vom Voyeur zum Kreateur.

Hast du eine künstlerische Ausbildung oder wie hast du dein Talent erarbeitet?

Ich glaube, dass Talent jeden Tag von neuem gepflegt und erarbeitet werden muss. Ich wurde quasi mit Bleistift und Papier in den Händen geboren und habe mein ganzes Leben damit verbracht, zu zeichnen. Zuerst die Figuren aus den Serien und Videospielen. Das war das einzige, was mich als kleiner Junge begeisterte, da ich in einer kleinen Stadt im Zentrum Spaniens aufwuchs. Ich glaube, diese Neugierde ist etwas Grundlegendes, das es braucht, um als Künstler zu wachsen. Etwas, tief in uns, das vielleicht sogar angeboren sein kann. Später absolvierte ich erfolgreich zwei Kunstausbildungen und konzentrierte mich dann immer mehr auf Sport und die Ästhetik dahinter. Das Beste ist, dass ich immer noch die gleiche Leidenschaft dafür in mir spüre wie am ersten Tag. Ich bin Feuer und Flamme, sobald ich eine neue Idee habe.

Du warst zu anfangs selbst das Model, das deine Werke auf Instagram präsentiert. Inzwischen gibt es aber auch andere Männer, die sich gerne in deinen Kreationen zeigen.

Die Instagram-Seite war anfangs eine Art Alter Ego von mir, der klassische Fetisch-Junge, der von Sneakers besessen ist. Ich habe dadurch viel Aufmerksamkeit bekommen und konnte so nach und nach mit anderen Fotografen und Künstlern zusammenarbeiten. Das hat meinen Horizont ungemein erweitert, meine Visionen vorangetrieben. Durch Instagram habe ich dann auch viele Jungs getroffen, die sehr interessiert an meiner Fetisch-Welt waren. In Barcelona ist es sehr leicht, in Kontakt zu kommen und Projekte umzusetzen. Meistens arbeite ich allerdings nach wie vor allein an den Ideen und der Umsetzung meiner Kompositionen. Jedes Bild ist ein eigenes, kleines Projekt für sich.

Was sind deine Pläne für dieses neue Jahrzehnt?

2019 war schon ein hektisches Jahr, aber ich glaube, dieses Jahr wird noch verrückter werden. Ich habe viele neue Ideen, möchte weiter Sneakers, Masken und Harnesse entwerfen und arbeite gerade an einer Art Live-Show. Mein Wunsch wäre es, dass die Bandbreite meiner Arbeit – von den Fotografien über die Bilder bis zu den Videos – nebeneinander weiter bestehen können und sich doch gegenseitig befruchten werden.

Interview: Gregory Tedori, Bearbeitung: Michael Soze 

Mehr unter: Albino Hector
Instagram @albinohector

 

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