Antwerpen ist nach Brüssel die zweitgrößte Stadt in Belgien und besitzt einen der handelsstärksten Häfen Europas. Auch bekannt als internationale Diamanten-Hauptstadt – geschätzte 70 % aller dem Weltmarkt zur Verfügung stehenden Diamanten werden dort umgeschlagen – war Antwerpen die Wirkungsstätte des deutsch-stämmigen Barockmalers Rubens und hat auch heute noch eine Vielzahl an baulichen Sehenswürdigkeiten aus der Renaissance bis hin zum goldenen Zeitalter des Art Deco zu bieten. Seit fünf Jahren ist die Stadt um eine Attraktion reicher: den Leatherpride Antwerpen, der die Fetisch-Saison in Europa jedes Jahr einläutet. Veranstalter und Gastgeber Jeroen spricht mit uns über die Entstehung des Festivals, schwules Leben in Belgien und die Darklands.

Wer hat den Leatherpride Antwerpen ins Leben gerufen und warum?

Ich habe das ganze vor fünf Jahren angefangen. Es gab keinen vergleichbaren Fetisch-Event wie etwa in Amsterdam oder Berlin, und das, obwohl wir so viele gute Fetisch-Clubs hier haben wie The Boots, den Oink Club und das Rubzzz und auch tolle Shops wie Toys 4 Boys und Plan B. Antwerpen ist keine große Stadt, hat aber sehr viel zu bieten. Die hiesige Szene ist äußerst interessant und man kann leicht mit dem Auto, der Bahn und sogar mit dem Flieger anreisen. Zudem sind die Kosten für Unterkunft sowie Getränke und Eintritt für Clubs sehr moderat im Vergleich zu anderen großen Städten. Ich komme zwar selbst nicht aus Antwerpen, aber fühle mich hier zuhause – man kann sich hier sehr frei bewegen und hat viele Möglichkeiten. Ich bin auch etwas stolz darauf die Stadt als Reiseziel für Fetisch-Liebhaber interessant gemacht zu haben.

Wie hat sich das Festival in den letzten Jahren entwickelt?

Anfangs war es natürlich sehr übersichtlich. Es gab eine große Party im The Boots und einige kleinere Veranstaltungen über das Wochenende verteilt wie etwa eine Busrundfahrt und eine Stadtführung. Im dritten Jahr mussten wir allerdings mit der Hauptparty bereits in eine größere Location ziehen, weil es im The Boots schon zu eng wurde, obwohl das ein großer Club ist. Unser Problem beim Leatherpride ist gleichzeitig auch unsere Stärke: das Datum! Es ist Winter in Belgien, was einerseits gut ist, weil es keine anderen Festivals in Europa zu dem Zeitpunkt gibt. Negativ ist allerdings, dass nach ein paar Stunden Sightseeing den Besuchern die Zehen einfrieren. Das Wetter ist also nicht wirklich optimal. Letztes Jahr fanden wir die Lösung dafür: die Darklands.

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Was macht die Darklands so besonders?

Auf der Darklands kann man alte und neue Freunde im Schutze eines gut geheizten Outdoor-Zeltes treffen. Draussen mag es eiskalt sein, aber drinnen kann man in sich in Rubber oder nackt vergnügen.

Es gibt einen eigenen Fetischmarkt und Getränke sowie Essstände. Dort sind auch Labels wie u.a. Mister B, Boxer Berlin, Plan B Fetish Depot oder The Aviator vertreten. Auf der Bühne wird es verschiedene Performances und geile DJ-Sets geben und es werden Workshops zu Bondage und Rubber angeboten. Der Mr. Leather Belgium Contest sowie die X-Awards Show und Beiträge von Fetisch-Künstlern und Sängern krönen das Ganze. Für alle, die zwischendurch etwas Action brauchen, ist der Darkroom durchgehend geöffnet. Die Darklands ist als Konzept so auf der Welt einzigartig.

Ein paar Worte an Besucher, die das erste Mal zum Leatherpride Antwerpen kommen?

Erkundigt euch vorher über alle Events auf der Webseite, damit ihr nichts verpasst. Klar könnt ihr da auch bereits voraus Tickets buchen und euch über Hotels und Anreise informieren. Wir helfen euch gerne dabei, euren Trip zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Für alle Berliner haben wir eigens einen Shuttle-Express organisiert. Für nur 95 € kommt ihr mit dem Bus hin und zurück. Treffpunkt ist der Mister B Shop auf der Motzstraße, der am Tag der Abfahrt extra eine halbe Stunde früher aufmacht, um noch kurz einen Kaffe trinken oder noch ein paar Sachen auf den letzten Drücker einkaufen zu können. Um mehr zu erfahren geht einfach auf www.leatherpride.be. Ich freue mich auf euch!

Torsten Schwick für Boner Magazine

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