Auch wenn wir inzwischen digital auf die Jagd nach Männern gehen können, die Liebe zum Cruising an geheimen Orten, im Park oder auf einer öffentlichen Toilette ist geblieben und ein Zeichen für ein ungezügeltes schwules Sexleben. Der Film „Taxi zum Klo“ porträtiert in seiner Jubliäumedition dieses Lebensgefühl auf wunderbare Weise.

© COCKYBOYS

Worum geht es in TAXI ZUM KLO?

Die Geschichte des schwulen Filmklassikers ist alt bekannt und noch immer zeitlos aktuell: Erzählt wird aus dem Leben des schwulen Lehrers Frank und seiner Beziehung zu seinem Freund Bernd. Letzterer träumt von einem ruhigen, monogamen Leben auf dem Land, während Frank wild und lustvoll Sex mit einer ganzen Horde von Berliner Männern hat – von Superbullen und Ledertypen bis hin zu blonden Twinks.

Er genießt den anonymen Sex in Parks, Saunen und öffentlichen Toiletten. Der Name des Films spielt auf eine Szene an, in der Frank sich vom Krankenhaus aus mit dem Taxi zu einer Klappe fahren lässt, um sich dort kurz zu vergnügen. Die Lebenswelten der beiden Männer prallen dabei immer wieder aneinander.

Was denkt die Boner Redaktion?

Mit viel Liebe zum Detail veröffentlicht die Edition Salzgeber zum 40. Jubiläum den Kultfilm in einer digital restaurierten Fassung. Definitiv sehenswert! Von der Aussagekraft hat der Film, der beim Erscheinen im Jahr 1980 für einen Skandal sorgte und trotzdem mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet wurde, bis heute nichts verloren.

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Der echte Frank Ripploh drehte den Streifen, um es der Schulbehörde heimzuzahlen, die aus fadenscheinigen Gründen dem schwulen Lehrer seinen Beamtenstatus verweigerte. 40 Jahre später haben schwule Lehrer noch immer oftmals die gleichen Probleme, gleichberechtigt den Beruf ausüben zu können – ob in Deutschland oder in anderen Ländern wie Amerika.

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Doch nicht nur wegen seiner Aussagekraft ist der Film bis heute sehenswert, er ist einfach auch gut gemacht, witzig und portraitiert sehr explizit das schwule Sexleben. Bis heute ist „Taxi zum Klo“ der einzige Film in Deutschland, der ab 16 Jahren freigegeben ist und dabei erigierte Schwänze, Golden Showers, Glory-Holes und detailgetreu in Großaufnahme einen Blowjob samt Abspritzen und Schlucken des Spermas zeigt.

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Österreich dagegen zeigte sich bei Veröffentlichung des Films geschockt und beschlagnahmte das Werk. So ist „Taxi zum Klo“ bis heute nicht nur Kult und ein wichtiges Zeitdokument des schwulen Filmschaffens, sondern setzt auch nach 40 Jahren stolz ein Zeichen für sexuelle Freiheit und Selbstbestimmtheit.

Ob so viel sexuelle Zeigefreudigkeit in einem aktuellen schwulen Film im Jahr 2020 überhaupt noch dargestellt werden würde?

Alle Details zum Film findest du HIER

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100 Jahre Porno!

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