Puppy Play gehört unlängst zum Inventar der Fetisch-Community. Die Freude, zu tun als sei man ein Welpe, auf allen Vieren zu spielen und sich komplett gehen zu lassen, ist durchaus nachvollziehbar. Aber wie sieht es mit den Handlern, also den Besitzern der Puppys aus? Wir haben uns bei der französischen Puppy-Play-Community „Gaydogtraining“ umgehört und einen freundlichen Handler gefunden, der uns aufklärt.

Wann hast du mit Puppy Play angefangen? Vor etwa fünf Jahren habe ich bei einem Fetisch-Fotoshooting einen Puppy kennengelernt und er hatte sofort eine besondere Anziehungskraft auf mich. Wir trafen uns daraufhin privat und ich konnte sofort spüren, was es heißt, eine Beziehung zwischen Handler und seinem Welpen einzugehen.

Was hat dich dann dazu gebracht, diesen besonderen Fetisch weiter auszuleben? Puppy Play ist ein Teil des Fetischs. Anders als bei Dog-Training, wo es um die Beziehung zwischen Master und Sklaven geht, ist Puppy Play von der starken affektiven Verbindung geprägt, die zwischen dem Hundeführer und seinem Welpen entsteht. Historisch betrachtet ist Dog-Training älter als Puppy-Play. Ich bevorzuge Puppy-Play aufgrund dieses affektiven Aspekts.

Was macht dich am meisten an? Der Gehorsam des Welpen und die Bestrafung, sexuell oder anderweitig. Ich mag auch die besondere Beziehung, die zwischen dem Handler und dem Welpen geschaffen wird, das Streicheln und Kuscheln. Wenn die Chemie zwischen einem Hundeführer und seinem Welpen funktioniert, ist es einfach wunderbar. Wenn man mehrere Welpen gleichzeitig ausbildet, kann man ein ganzes Rudel positiv beeinflussen, indem man affektive und vertrauensvolle Beziehungen zwischen einzelnen Welpen herstellt. Diese Beziehungen werden parallel auf der „menschlichen“ Seite gestärkt, und es entsteht eine echte Solidarität, auch im wirklichen Leben.

Fotos © Henry Falco www.henry-falco-photo.com

Was erwartest du von einem Welpen? Der Welpe muss immer in meiner Nähe sein, treu und auf vier Beinen. Er muss aufmerksam sein und auf seinen Ausbilder hören. Die Spiel-Sessions sind eine tolle Gelegenheit, um wirklich loszulassen, wobei die Anwesenheit anderer Welpen wichtig ist. Ein gut ausgebildeter Welpe muss auch für die Integration eines Neuankömmlings im Rudel sorgen. Es gibt eine Hierarchie zwischen Welpen: Alpha, Beta, Omega. Der eigene Rang wird durch Erfahrung und dem Respekt anderer Welpen gewonnen. Hier geht es aber nicht nur um eine Gleichgewicht zwischen Macht und Herrschaft. Ein guter Alpha ist vor allem ein gut ausgebildeter Welpe, der die Regeln kennt und sie im Rudel durchsetzt.

Wie gehst du mit einem schlecht erzogenen Welpen um? Ein Welpe, der sich ungehorsam gegenüber seinem Handler oder den anderen Welpen verhält, wird,  je nach Schwere der Tat, entsprechend bestraft, jedoch immer mit großem Respekt. Eine klassische Bestrafung, die von vielen Hundeführern praktiziert und manchmal vom Welpen geschätzt wird, ist der Keuschheitskäfig. Manchmal wird aber die Bestrafung ausgesetzt und die Streitigkeiten werden zwischen den Welpen des gleichen Rudels oder anderen Welpen aus anderen Rudeln ausgetragen.

Macht es dir Spaß, deinen Welpen zu bestrafen? Lieber bestrafe ich nicht. Ich denke, die Beziehung, die man aufbaut, sollte dazu führen, Strafen zu vermeiden. Aber manchmal kann die Bestrafung Teil eines Spiels sein …

Gibt es eine ultimative Sex-Phantasie, die du im Puppy Play ausleben möchtest? Ja natürlich, doch es muss beiden gefallen. An dieser Stelle schweige und genieße ich lieber.

 

Gaydogtraining ist eine Community von Puppys und Handlern mit Sitz in Paris. Der Club startete 2013 aus einer spontanen Laune heraus  unter dem Kodex „Freundlichkeit und gute Laune“. Eines der Hauptziele bestand darin, diese Praxis in der schwulen Community zu fördern und bekannt zu machen, egal ob Fetisch oder nicht. Zu den ersten monatlichen Aperitifs fanden sich weniger als zehn Personen ein, schnell jedoch wuchs diese Zahl auf über fünfzig Teilnehmer an. Im Laufe der Jahre ist die Puppy-Community enorm gewachsen, obwohl mehr als 80% der Mitglieder keinerlei Vorerfahrungen aus dem Fetisch-Bereich mitbringen. Für viele ist Puppy-Play der EInstieg in BDSM und andere Praktiken. Gaydogtraining hat mittlerweile mehr als 1200 Mitglieder in ganz Europa und anderen Teilen der Welt. Wenn ihr neugierig seid, am besten einfach über Social Media Kontakt aufnehmen.

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