Porno für den Kopf?!

Porno für den Kopf?!

Rund 35 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet hat mit Pornografie zu tun, wobei rund die Hälfte aller Internet-User schon auf Hardcore-Seiten waren. Bei schwulen Männern dürfte die Rate deutlich höher liegen – gerade aber nicht nur in Corona-Zeiten.

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Doch wie schnell sind die Bilder und kurzen Filme auch wieder vergessen? Wem es nur um den schnellen Lustgewinn geht, findet bei Twitter und diversen Hardcore-Video-Portalen alles, was das Herz begehrt. Von privat gedrehten Homevideos über die größten Schwänze des Jahrhunderts bis hin zu Monster-Cumshots oder Gruppen-Gangbangs – es gibt nichts, was es nicht gibt.

Doch vielleicht sind wir es uns einmal wert, etwas lustvoller zu genießen? Nicht nur, dass wir uns etwas mehr Zeit nehmen könnten, wenn wir einmal wieder unseren besten Freund auspacken, nein, wie wäre es auch, sich einmal mehr mit der Geschichte in einem Porno zu befassen beziehungsweise mitnehmen zu lassen?

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Geschichte? Porno? Bitte was?

Doch in der Tat versuchen immer mehr Pornostudios, nicht nur die schnelle, irgendwie doch stets gleiche Nummer im hauseigenen Studio abzudrehen, sondern einen Mehrwert zu schaffen. Die Rückfrage bei einigen Studiobetreibern bestätigt, dass schwule Männer immer öfter Lust auf mehr haben: Mehr Inhalt, mehr Schauwerte, mehr Story. Eines der ersten Studios, die damit in der neueren Pornohistorie anfingen, ganze Geschichten rund um ihre Darsteller zu erzählen, war Cockyboys. Eines ihrer ersten Filme in dieser Richtung war eine Lovestory zwischen Levi Karter und Hayden Lourd.

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Man konnte den beiden verliebten Jungs durch die Straßen New Yorks folgen, sie hatten Blowjobs auf einem Hochhausdach und in einem Treppenhaus, bevor sie dann doch gemeinsam im Bett landeten. Und es fühlte sich so an, dass nicht nur die Jungs Schmetterlinge im Bauch hatten, sondern die Zuschauer auch.

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Der Erfolg war immens. Nicht nur schwule Männer, sondern auch viele heterosexuelle Frauen wurden Fans der Darsteller - teilweise schlossen sogar mehr Frauen als Männer ein Abonnement bei Cockyboys ab. Romantic Porn war geboren und plötzlich war aus den Jungs mehr geworden als schnell austauschbare Schwänze und Ärsche. Eine Story, Liebe und Hardcore-Pornografie - das klappt bis heute vorzüglich.

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Gerade in Zeiten von Covid-19 scheint jetzt die Nachfrage nach Pornos mit mehr Substanz massiv zu steigen. Vielleicht wünschen wir uns mehr soziale Interaktionen, weil wir in unserem Privatleben derzeit weniger davon haben? Das Angebot indes steigt stetig an. Da werden Darsteller zu Roadtrips durch Amerika oder Europa geschickt, andere dürfen Las Vegas unsicher machen oder wir sind dabei, wenn eine Gruppe von Rettungsschwimmern in den Dünen am Strand oder unter der Pier leidenschaftlich Sex haben.

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Ein anderes Mal folgen wir den lüsternen Schuljungs ins Dickicht, erleben eine Love-Story zwischen Baseball-Spielern oder verknallen uns in zwei Pfadfinder.

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Ein weiterer Aspekt, der die Bindung zwischen den Darstellern und Studios auf der einen Seite und uns als Konsumenten auf der anderen Seite weiter festigt, sind die zahlreichen Twitter-, OnlyFans- und Instagram-Accounts zahlreicher Pornoakteure. Sie erlauben es, ganz private und intime Einblicke in die Welt seiner persönlichen Lieblingsmänner zu erhaschen.

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Der Kreativität scheint dabei keine Grenzen gesetzt: Men.com hat zum einhundersten Geburtstag von Tom of Finland eine ganze Serie im Style des berühmten Künstlers kreiert, andere Studios wie Helix erzählen mehrteilige Geschichten von der Sagenwelt eines Robin Hood bis hin zu Soldaten im Unabhängigkeitskrieg und Cockyboys entführt in die Glammerwelt Hollywoods oder gerne auch einmal in ein Spukhaus.

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Natürlich sind viele schwule Männer leicht und schnell erregbar, es bedarf grundsätzlich meistens nicht einer komplexen Geschichte. Ein geiler Schwanz oder ein sexy Arsch sind da schon ausreichend.

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Aber es ist wohl wie beim Essen: Manchmal brauchen wir den schnellen Burger für zwischendurch, doch dann sollten wir uns ein anderes Mal mehr Zeit lassen, zu genießen. Uns, unsere Körper, unsere Leidenschaft und unsere Orgasmen.

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Gerade letzterer wird in der Regel intensiver, wenn wir uns bis dahin mehr Zeit lassen und unsere Fantasie mit etwas mehr beflügeln als einminütige Twitter-Filmchen. Und wer weiß, vielleicht können wir in unserer Fantasie die kreative Pornogeschichte eines Studios im Kopf weiterspinnen und eine zweite Runde einlegen?

AUTOR:
Michael Soze

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