Die Lust vor der Kamera!

Die Lust vor der Kamera!

Es ist ein Auf und Ab mit Covid-19 - von Normalität sind wir noch lange entfernt. Das zeigt sich in vielen Aspekten, auch und gerade aber in Punkto Sex bei schwulen Männer. Zwar ignorieren anscheinend immer mehr Männer auf der einen Seite die Kontaktsperren beziehungsweise Beschränkungen, auf der anderen Seite zeigen die Zahlen online ganz klar aber auch, dass es viele schwule Herren derzeit vermehrt vor diverse Kameras zieht.

Die Lust, sich vor unbekannten Männern aus der ganzen Welt nackt zu zeigen, war schon vor Corona stark ausgeprägt – allein auf Cam4Com tummelten sich täglich rund 25.000 Männer und zeigten, was sie hatten. Seit Beginn der Krise sind diese Zahlen bei diversen Portalen massiv nach oben geschossen.

Allerdings zeigt sich, dass die Lust, vor der Kamera Spaß zu haben, von Land zu Land unterschiedlich stark angestiegen ist. Während in Italien zum Beispiel die Fallzahlen je nach Tag um bis zu 60 Prozent erhöht waren, vermelden Länder wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz Wachstumsraten von bis zu rund 10 Prozent.

Wer online unterwegs ist, wird auch bemerkt haben, wie sehr gerade junge Kerle und angehende Pornostars- und Sternchen versuchen, Männer auf ihre Bezahlangebote wie zum Beispiel bei OnlyFans zu locken. Für einen monatlichen Obolus zwischen 5 und 20 Euro kann man seinen liebsten Jungs dann nackt beim Spielen zusehen. Auch hier zeigen erste Anfragen, dass die Klickzahlen gestiegen sind.

Aber auch abseits des rein finanziellen Aspektes laden immer mehr Männer ihre privaten Bilder und Hardcore-Filme auf den wenig verbliebenen Gratis-Plattformen wie Twitter hoch, wo die Zensurschere wie einst bei Tumblr noch nicht zugeschlagen hat.

Doch woran liegt der besondere Reiz am Cam-Sex? Natürlich gibt es bereits jene Männer unter uns, die seit jeher einen besonderen Kick erleben, wenn sie sich und ihr bestes Teil zur Schau stellen. Auch Paare gehen immer wieder gerne online und zeigen sich vor meist mehreren tausend Voyeuren, wie sie zu Hause Sex haben. Gerade bei zwei oder mehr Männern vor der Kamera schnellen die Zuschauerzahlen in die Höhe.

In Zeiten der Isolation, in der wir teilweise oder ganz unserer Normalität in Hinblick auf unser Sexleben und dem Ausleben unserer Wünsche beraubt sind, schafft der Cam-Sex eine Nähe zu anderen Männern, die uns nicht nur geil machen kann, sondern uns auch die Einschränkungen, kurz gesagt, die Einsamkeit weniger spüren lässt.

Ein weiterer Punkt: Wir sind soziale Wesen und gerade wenn wir früher in der Szene unterwegs waren, genossen viele von uns auch das stille Feedback, das wir von fremden Männern bekommen haben: Die Blicke, das Flirten, die offensichtlichen und weniger offensichtlichen Avancen – all das stärkte auch unser Selbstwertgefühl. Wir fühlten uns sexy, begehrt, geil – wer will das nicht? Dieses Prickeln können wir erneut spüren, wenn uns viele Männer anonym durch eine Kamera zusehen, sich an uns aufgeilen. Es schafft Befriedigung auf beiden Seiten.

Egal, ob wir aktuell Beschränkungen erfahren oder nicht, bleibt die Frage, ob die, bei manchen Männern neu entdeckte Lust rund um das Spiel mit der Kamera bleibt oder nicht? Vielleicht ist Cam-Sex mehr als simpler sozialer Ersatz während den Kontaktsperren, vielleicht kann es für einige Männer und Paare eine spannende Erweiterung ihres eigenen Sexlebens darstellen.

Bist du mehr online? Und wie erlebst du Cam-Sex?

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AUTOR:
Michael Soze
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