Sex mit dem Hetero!

Sex mit dem Hetero!


Es ist einer der beliebtesten feuchten Träume von homosexuellen Männern: Sex mit einem Hetero. Doch woher kommt die Lust am scheinbar Unerreichbaren? Und wie unerreichbar ist so ein Hetero-Kerl wirklich? Mit welchen „Tricks“ können wir einen Mann vom anderen Ufer doch knacken?

Es muss ein spannendes Thema sein – der Sex zwischen einem Homosexuellen und einem Heterosexuellen -, denn zahlreiche Studien und Forschungsgruppen haben sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder gerne damit auseinandergesetzt. Für Sexualforscher Kinsey war die Sachlage vor rund siebzig Jahren bereits relativ schnell klar, denn nach seinen Forschungen seien etwa die Hälfte der vermeintlich heterosexuellen Männer eigentlich bisexuell.

Inzwischen gibt es Kritik an diesen Ergebnissen, denn fraglich bleibt, welche Männer sich im prüden Amerika der Nachkriegszeit überhaupt zu solch freizügigen Studien bereit erklärten – wohl mehrheitlich jene, die sexuellem Verhalten und damit auch Homosexualität etwas offener gegenüberstanden als die durchschnittliche Bevölkerung. Auch zeitgemäße Studien aus Ländern wie Dänemark, Schweden oder Großbritannien befassten sich damit: Vorsichtig geschätzt kann man annehmen, dass etwa 20 bis 30 Prozent der von sich aus als heterosexuell definierten Männer ab und an auch bisexuelle Neigungen haben.


Dazu passt auch die Untersuchung eines amerikanischen Gesundheitsinstituts, dessen Ergebnis nahelegte, dass jeder fünfte „heterosexuelle“ Mann gerne immer mal wieder Schwulenpornos ansehe. Sind das alles verkappte Kerle, die aus einem falsch verstandenen Bild von althergebrachter Männlichkeit ihre homosexuelle Ader verheimlichen? Mitnichten – die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Natürlich gibt es auch jene Männer, die ihre Neigungen bewusst unterdrücken und nur heimlich online ausleben, oftmals spielen aber auch ganz andere Gründe hinein: Ein Aspekt entsteht dabei durch das Konsumieren von zu viel Pornografie, sodass Alltagsszenen irgendwann nicht mehr ausreichend stimulierend sind – der Schwulenporno bietet da einen neuen Kick.

Ein anderer Punkt ist die Faszination und Hingabe zum Penis selbst: Heterosexuelle wie homosexuelle Männer lieben ihre Schwänze und so kann es sein, dass auch heterosexuelle Jungs gerne den harten Penis eines anderen Mannes ansehen – entweder aus Neid ob der puren Größe oder sie versetzen sich in die Situation beziehungsweise projizieren sich selbst in den attraktiven und gut ausgestatteten Darsteller hinein. Zudem assoziieren viele Heterosexuelle einen Schwanz mit sexueller Befriedigung – ganz gleich, ob es sich dabei um den eigenen oder einen fremden Penis handelt. So genießen es auch manche heterosexuelle Männer, den Cumshot eines anderen Kerls anzusehen. Die Befriedigung findet im Kopf statt, ohne dass die Herren deswegen real aktiv eingreifen möchten.


Ein weiterer Aspekt, warum auch Heterosexuelle schwulen Sex spannend finden, liegt zum einen in der Klarheit der Situation begründet, so die Verhaltensforscher. Kurz gesagt, es ist ziemlich eindeutig, wann ein Mann einen Orgasmus hat. Diese Einfachheit kann sehr anturnend sein, gerade im Vergleich zu einem weiblichen Orgasmus, den viele heterosexuelle Herren ihren Partnerinnen einfach „glauben“ müssen.

Es gibt selten einen eindeutigen Beweis ganz im Gegenteil zu dem Ejakulat eines Mannes. Zum anderen kann ein Gay-Porno für Heteros auch schlicht und ergreifend geil sein, weil die Szene an sich die Lust triggert. Steht ein Mann zum Beispiel auf Unterwerfung, einen bestimmten Fetisch oder besondere Liebesspiele, ist die Frage nach den gezeigten Geschlechtern in einem Porno dann eher zweitrangig.

Aber wie sieht es mit Sex im realen Leben aus? Warum haben auch vermeintliche Heteros Sex mit schwulen Männern? Lassen wir einmal die erste Orientierungsphase und Spielfreudigkeit auf der Suche nach der eigenen Sexualität in der Pubertät oder den möglichen Engpass an einer Sexualpartnerin (Stichwort: Gefängnis-Homosexualität) aus den leicht verständlichen Gründen außer Acht, was bleiben dann noch für Gründe übrig?


Ein Aspekt ist tatsächlich die simple Verfügbarkeit von homosexuellem Sex – einfach, weil Männer im Durchschnitt tatsächlich schneller und öfter Lust auf Sex haben. Des Weiteren ist es nicht unwahrscheinlich, dass anonymer Sex zwischen zwei Männern mehr Spaß macht als ein One-Night-Stand zwischen Mann und Frau. Das liegt nicht daran, dass schwule Jungs per se die besseren Lover wären, sondern schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass zwei Männer in der Regel vor dem Sex sehr klar und eindeutig miteinander kommunizieren, was wer beim Sex mag oder auch nicht.

„Auf was stehst du?“ ist die allseits gestellte Frage in praktisch jedem Sex-Chat zwischen zwei Jungs. Zum einen ist der Umgang mit Sex im allgemeinen oftmals weniger mit verbalen Tücken behaftet, zum anderen bedarf es aber auch einer vorherigen Abstimmung, weil nicht schon vorab klar ist, was beim Sex passieren wird. Die grundsätzliche Rollenverteilung ist beim Sex zwischen Heterosexuellen oberflächlich klar, schwule Jungs müssen erst einmal checken, wer top und bottom ist, ob man überhaupt auf Analsex oder vielleicht nur auf Blowjobs oder auf ganz andere Spielarten steht. Diese klare Kommunikation ist die fundamentale Grundlage für guten Sex und fehlt bei sehr vielen heterosexuellen Kontakten gänzlich oder größtenteils.


Und warum finden es schwule Jungs so erotisch, die „Hete“ zu knacken? Ein Aspekt ist natürlich das Spiel mit dem Verbotenen und eigentlich Unerreichbaren. Zudem kann es eine unterbewusste tiefe Befriedigung schaffen, einen heterosexuellen Mann sozusagen entjungfert zu haben, wenn man in seiner eigenen Schulzeit von eben jenen Typen viel Ablehnung und Abwertung erfahren hat.

Ein simpler weiterer Punkt für einige schwule Männer: Ein heterosexueller Kerl will definitiv nur Sex, er träumt nicht von Romantik oder einer anschließenden Beziehung nach dem Orgasmus. Zudem blitzt bei manchen Homosexuellen fernab der Realität im Kopf immer noch das verquere Bild auf, bei einem Heterosexuellen einen „echten Kerl“ vor sich zu haben. Mehr Männlichkeit geht sozusagen nicht.


Zusammengefasst ist es also gar nicht so unwahrscheinlich, auch einmal Sex mit einem vermeintlich Heterosexuellen zu haben, auch wenn sich die Anbahnung abseits des anonymen Internets als schwierigster Punkt herausstellt – denn offen zu den  etwaigen Neigungen oder lustvollen Interessen stehen die wenigsten heterosexuellen Herren. Und tatsächlich bestätigt sich ein weiteres Klischee – Alkohol ist das Mittel der Wahl, wenn wir einen heterosexuellen Mann zu einem Schäferstündchen überreden wollen.

Die Wayne State Universität in Detroit hat den Effekt von Alkohol auf heterosexuelle Männer untersucht und festgestellt: Je mehr Alkohol verabreicht wurde, desto sexuell attraktiver finden Hetero-Herren andere Männer. Im Schnitt nach zehn Bieren würden Heteros schwule Jungs genauso attraktiv wie Frauen finden. Eine schöne Nachricht für unsere aufflackernden Gelüste und Phantasien – bleibt nur die eine Frage offen, ob der heterosexuelle Kerl nach so viel Alkohol überhaupt noch seinen Mann stehen kann.  

© alle Bilder BoysforSale

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AUTOR:
Michael Soze

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