Hirnfick mit dem Computer!

Hirnfick mit dem Computer!


Die Zukunft der Masturbation – so nennen die Macher der japanischen Firma Tenga die Revolution auf dem Virtual Reality Markt. Das Unternehmen ist derzeit Vorreiter in Punkto VR-Sex und hat den ersten Sex Suit auf den Markt gebracht. Gemeint ist damit ein Ganzkörper-Gummianzug inklusive einer Gerätschaft ähnlich eines Fleshlights, der am Schwanz angebracht wird. Klingt seltsam, doch angeblich ist der Anzug bereits ausverkauft. Wie also werden wir vielleicht in Zukunft Sex haben?

Die Technik

Technisch gesehen wirkt es noch etwas kompliziert, doch sollte man sich davon nicht irritieren lassen. Jede neue Entwicklung brauchte seine Zeit bis zur Serienreife, dabei ist die Haptik schon jetzt sehr gut. Zum einen gibt es die Virtual-Reality-Brillen, bei denen inzwischen ein Sichtfeld von 110 Grad möglich ist – praktisch wird das gesamte Blickfeld damit abgedeckt. Zum anderen leiten Gurte an Armen und Beinen elektronische Impulse weiter, die jede Bewegung direkt in die virtuelle Welt umsetzen. Zieht man zum Beispiel den Kopf eines Kerls beim Blowjob näher heran, macht der Avatar das Gleiche. Zudem werden auch Impulse an den User zurückgegeben, sodass die Illusion einer Interaktion realistischer erscheinen soll. Dieser Tastsinn ist schon jetzt extrem ausgereift und aktualisiert die Bewegungen rund eintausend Mal pro Sekunde. Und natürlich ist alles mit dem Masturbationsapparat am Schwanz verbunden, der saugt oder leckt, wie es gewünscht ist. 

© Raging Stallion Studios

Weltweit Ficken von zu Hause

Ob Manga-Style oder ein realer Film – es gibt bereits schwule VR-Pornos auf dem Markt. Meistens erlebt man das Geschehen aus der Ich-Perspektive. Die Sex-Technologie-Branche plant aber bereits eine Online-Community, in der Kerle überall auf der Welt mit Hilfe von gegenseitig vernetzten VR-Geräten Sex miteinander haben. Einige Entwickler träumen davon, VR-Sex zu einer Art öffentlichen Dienstleistung zu machen, wie es heute der Besuch des Callboys ist.  

Ist VR-Sex gefährlich?

Die Meinungen hierzu gehen auseinander. Kritiker warnen davor, User könnten bald nicht mehr zwischen Realität und Illusion unterscheiden. Und in der Tat mag uns VR auch nach vielen Monaten noch täuschen. Die Technologie trickst unser Gehirn aus und gibt uns das Gefühl, dass alles, was in der VR-Welt passiert, wirklich passiert, so der Mainzer Wissenschaftler Michael Madary in einem Spiegel-Interview. Letztes Jahr veröffentlichte er einen ersten Verhaltenskodex im Umgang mit VR. Die einfache Maxime, was in der Realität falsch ist, ist es auch in der virtuellen Welt, ist hinfällig. Wir kämpfen schon jetzt mit VR-Zombies oder retten die Welt. Wo also beim VR-Sex die Grenze ziehen? Zudem befürchtet Madary, dass gerade junge Männer durch den VR-Sex unfähig werden, realen Sex zu haben, wenn der perfekte Lover nur einen Klick entfernt ist und die Illusion immer besser wird. 

VR Sex – besser als die Realität?

Die Macher aus Japan versprechen: In Zukunft wird virtueller Sex realer sein als tatsächlicher Sex. Doch es bleiben einige Zweifel. Klar, VR-Sex wird unsere Spielarten erweitern, doch trotz aller perfekten Illusion bleibt es etwas anderes, einen Kerl real zu ficken, ihn zu schmecken, zu spüren, zu hören und zu fühlen. Ein Avatar lacht auch nicht mit einem, wenn einmal etwas schief läuft beim Ficken. Vielleicht ist genau dieser eine Aspekt der wichtigste und nicht künstlich zu erschaffen: der menschliche, spontane Faktor.

AUTOR:
Michael Soze
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