Folsom 2021! Los geht´s!

Folsom 2021! Los geht´s!


Alljährlich ist der September ein besonderer Monat für Fetisch-Freunde weltweit. So wie die strenggläubigen Katholiken einmal im Jahr zum Wallfahrtsort Altötting pilgern oder sich auf den berühmten Jakobsweg begeben, so finden sich gewöhnlich Jahr für Jahr im Spätsommer über 20.000 Fetisch-Enthusiasten in Berlin ein, um im Schöneberger Kitz ihre ewige Liebe für Fetisch und insbesondere Leder zu zelebrieren. Corona machte diesem Highlight der Community 2020 einen fetten Strich durch die Rechnung und so freuen wir uns sehr, dass es an diesem Wochenende endlich wieder losgehen kann!


Das Team des Vereins hat in diesem Jahr einmal mehr all seine Kraft und Leidenschaft in die Vorbereitungen gesteckt – ein weiteres Jahr ohne Folsom wäre auch finanziell eine Katastrophe für den Verein gewesen. Nun flattern vor Freude lederfarbene Schmetterlinge im Bauch der Leder-Freunde und sicherlich auch des Veranstalterteams!

Das Team des Folsom Europe hat alles getan, um den Hygiene-und Sicherheitsvorschriften zu entsprechen. So ist der Zugang zum Straßenfest beschränkt. Einlass bekommen zudem nur Menschen, die vollständig gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind und bei Zugang einen aktuellen negativen PCR-oder Antigentest vorlegen können. Die Ein- und Ausgänge sind getrennt voneinander, eine umfassende Beschilderung schafft Klarheit bei allen Besuchern. Auch im Areal selbst wurden genug Freiflächen geschaffen, um Abstand halten zu können. Eine verstärkte Gruppe von Sicherheitskräften wird ebenso vor Ort sein. Das Verständnis für die Maßnahmen und auch für das Impfen selbst ist innerhalb der nationalen wie auch internationalen LGBTQ-Community außerordentlich hoch, wie Martin von Folsom Europe dem Boner Magazine versichert – viele Besucher des Straßenfestes kommen aus den USA und Großbritannien.


Ein wenig anders als die Jahre zuvor wird das Straßenfest trotzdem sein, doch wird das die Freude sicherlich nicht mindern. Martin vom Folsom Team dazu: „Das Feld der Aussteller und das ganze Programm sind dieses Jahr leider Corona-bedingt etwas ausgedünnt. Viele Aussteller, besonders die aus anderen Ländern wie den Niederlanden, Großbritannien, Belgien und der Ukraine haben das Risiko gescheut, am Ende auf ihren Kosten für Flug, Unterkunft und Standgebühren sitzen zu bleiben, falls die Einreisebestimmungen sich kurzfristig ändern oder ein neuer Lockdown droht. Insofern wird es dieses Jahr eher ein Gastro-Fest mit Essen und Trinken und nur wenigen Ausstellern und Vereinen sein. Aber nach so langer Zeit ohne jegliche Events wird es sicher trotzdem für alle Besucher gefühlt ein absolutes Highlight!“ Auch die Partys und Events rund um das Straßenfest sind dieses Jahr deutlich dünner gesät, aber auch das dürfte der Freude keinen Abbruch bereiten. 


Mehr als ein Event – ein starkes Signal für die Community

Während das Folsom Fest für seine Fans seit Jahren ein Leuchtstern für die ganze Szene ist, gibt es immer mal wieder auch Stimmen aus der Community, die sowohl das Festival selbst wie aber auch die Fetisch-Community kritisieren. Vergessen scheint, wie sehr sich gerade Leder- und Fetischmänner 1969 beim ersten Aufstand in der New Yorker Christopher Street für Gleichberechtigung eingesetzt haben – und es seitdem jedes Jahr erneut tun. Auch für die Unterstützung der AIDS-Hilfen ist die Fetisch-Community unverzichtbar.

Die Kritiker werfen den Fetisch-Freunden nun allerdings von Zeit zu Zeit vor, die Leder-Fans würden zu sexpositiv auftreten, sei das nun bei Prides oder anderenorts. Martin von Folsom Europe dazu: „Wir dachten wirklich, wir wären heute schon weiter. Dass wir uns für irgendetwas schämen müssten, käme uns nicht in den Sinn. Es ist deshalb etwas befremdlich, wenn aus den eigenen Reihen der queeren Community auf uns geschossen wird und wir gebeten werden, als "Schmuddelkinder" doch lieber nicht das schöne Bild zu trüben. Das Ganze auch noch unter dem Vorwand, dass es doch um wichtigere Dinge geht wie den Schutz queerer Asylanten, Trans*Rechte oder queere Krankenversorgung. Hallo!? Hier geht es um Freiheit! Die Freiheit, so zu sein, wie man ist und das auch auszuleben, solange es niemanden anderen schädigt!“

Umso wichtiger, dass Folsom nach wie vor ein starkes Signal aussendet – innerhalb wie außerhalb der Community. Daneben ist nach vielen Monaten der Stille innerhalb der Berliner Szene mit Folsom abgesehen von den zwei Pride-Paraden endlich wieder die Möglichkeit der Begegnung gegeben – ein immens wichtiger Punkt. „Die Community leidet schon sehr darunter, dass reale Begegnungen nicht oder nur in beschränktem Rahmen stattfinden dürfen. Auch wenn Teile der Fetisch-Community ja schon lange vor Covid aktive Maskenträger waren, so fällt die derzeitige Maskenpflicht in der Öffentlichkeit weniger unter den Aspekt Fetisch“, so Martin weiter.

Copyright alle Bilder: Folsom Europe / Heinrich v. Schimmer

Und in der Tat – die Masken auf Folsom sind ein wenig anders als jene, die für uns inzwischen zum Alltag geworden sind. Und die Folsom-Masken sehen definitiv auch viel besser aus! Folsom ist eine Herzensangelegenheit und so dürfen sich die Veranstalter auch über Nachwuchs in den eigenen Reihen freuen: Mit Folsom Down Under gibt es nun erstmals auch einen Ableger in Australien. Martin abschließend: „Das war auch lange überfällig und wir begrüßen das neue Familienmitglied im weltweiten Clan!“

Sei dabei dieses Wochenende (11.September) bei Folsom Europe. Auch das Boner Magazine ist mit einem eigenen Stand vor Ort - mit dabei ist auch unser Autor Dominus Berlin, der heißeste Master Deutschlands!

Weitere Details findest du auch im aktuellen Boner Magazine September!

Wir wünschen Euch allen viel Spaß dabei!

AUTOR:
Michael Soze

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