Der beste Orgasmus deines Lebens!

Der beste Orgasmus deines Lebens!


Sex bedeutet Leidenschaft, Liebe, wilde Lust und Hemmungslosigkeit. Ein Rausch der Sinne und im besten Fall den Verzicht von Kontrolle. Aber wie wäre es einmal, die Kontrolle direkt abzugeben? Und damit auch die Hoheit über den eigenen Orgasmus. Ist das nicht die ultimative Form von Hingabe an die Lust, wenn man alles in die Hände eines anderen Mannes legt?

Einer, der diese Leidenschaft zum Kontrollverlust verinnerlicht hat, ist der vierzigjährige Master Markus aus Berlin. Online auf Gayromeo und auf anderen Portalen sucht er sich seine „Oper“ aus, zumeist junge Männer, die sich dem kräftigen Kerl gänzlich hingeben wollen. Beim Edging geht es darum, den Orgasmus so lange wie möglich hinauszuzögern und dadurch einen gesteigerten Lustgewinn zu erleben. Klingt einfach, ist es das aber auch?

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Markus, wie bist du zum Thema Edging gekommen? Wacht man eines morgens auf und weiß: Okay, ich bin jetzt ein Edging-Master?

Genau so! Da kommt über Nacht die Edging-Fee, tippt mit ihrem Zauberstab auf deine Stirn und schwups ist es um einen geschehen. Nein, natürlich nicht. Bei mir war das eine Entwicklung, die ganz banal anfing. Ich war Anfang zwanzig und schrieb online mit einem verdammt geilen Kerl. Wir machten uns gegenseitig heiß und keiner wollte irgendwie zum Ende kommen. Das ging so drei Stunden lang, während ich durchgehend wichste. Irgendwann spritzte ich schließlich doch ab und das, was da dann in meinem Kopf passierte, war wohl eine Offenbarung. Ein Sex-Rausch. Auch mein Schwanz hörte nicht mehr auf, abzuspritzen und ich schoss meinen Saft ungelogen mehrere Meter weit durch mein ganzes Zimmer. Von da an fand ich es spannend, mir Zeit zu lassen, wenn ich masturbierte. Das war lange bevor Wörter wie Edging, Peaking (zum Gipfel kommen), Surfing, Orgasmus-Training oder Cum Control feststehende Begriffe geworden sind. Im Grunde beschreiben sie aber alle die gleiche Geschichte.

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Wie bist du auf die Idee gekommen, dann andere Kerle damit zu beglücken, anstatt selbst bei der sprichwörtlichen Stange zu bleiben.

Ach, das bleibe ich bis heute durchaus. Ich genieße es immer wieder, mir selbst ausgiebig einen runterzuholen. Keine Angst. Man lernt sehr viel über seinen Körper, wenn man sich sowas gönnt. Und man lernt auch viel von dem Körper eines anderen Mannes. Ich bin vom Typ her meistens eher der dominante Part gewesen, fand es aber schon immer spannend, als Master auch zu bedienen, sprich, die Schwänze von Männern zu bearbeiten – mit der Hand, meinem Mund oder anderem Spielzeug. Es verschafft dir selbst ein unheimliches Hochgefühl, wenn sich ein anderer Mann so ganz in deine Hände begibt. Wenn er winselt, bettelt, um einen Orgasmus bittet, während ein anderer Teil von ihm es gerade genießt, dass du ihn zappeln lässt. Das ist weit intensiver und intimer, als wenn zwei Kerle sich treffen und einfach losficken.

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Was macht es so gut? Du hast vorab gesagt, Edging verdirbt einem sogar ein wenig den normalen Sex.

Ja, ein wenig stimmt das vielleicht auch. Ich bin ein kräftiger Daddytyp und stehe wohl klassisch auf schlankere Jungs und Männer, aber ich bin nicht wählerisch. Klar, ich ficke auch ab und an und habe also „klassischen Sex“, wenn du so willst, aber Edging ist wie ein Upgrade für deine Lust. Beim Ficken fliegst du Economy Class, im besten Fall vielleicht Economy Plus, Edging dagegen ist ein First-Class-Langstreckenflug. Wir Männer in Berlin denken manchmal, viel Sex mit vielen Jungs zu haben ist der wahre Luxus, ist das höchste Gefühl. Viele haben an einem Abend mehrere schnelle Nummern hintereinander, das kann auch nett sein, aber Zeit ist meiner Erfahrung nach der eigentlich wesentliche Lustfaktor.

Wir alle sind inzwischen nur einen Klick mit dem Smartphone vom nächsten Porno entfernt und so ein schnelles Abspritzen zwischendurch ist ja auch durchaus sexy, aber Zeit für sich alleine oder zu zweit zu haben und diese Zeit für die Lust zu verwenden, ist ein ganz anderes Level. Nicht selten hatten Kerle bei mir mehrere Höhepunkte hintereinander. Du surfst wie auf einer endlosen Welle von einer Schaumkrone zur nächsten. Ich habe einmal gelesen, dass Sex in Deutschland durchschnittlich vier bis sechs Minuten dauert! Minuten! So lange wie ein Elton John-Song. Stell´ dir nur einmal vor, dein Erregungszustand verhundertfacht sich. Und wenn du kommst, fühlt es sich an, als würde dein Orgasmus endlos sein. Beim Edging ist wahrlich der Weg das Ziel.


Okay, du machst mich wirklich neugierig! Lass uns einmal die Praktiken genauer ansehen – was ist erlaubt beim Edging?

Erlaubt ist das falsche Wort, denn grundsätzlich geht alles, was Spaß macht. Es geht um die Stimulation unserer Lust und im Zentrum dessen steht der Schwanz. Klassisch also ist die Handarbeit mit viel Massageöl ebenso wie auch gerne alle Spieltechniken, die du mit deinem Mund hinbekommst – blasen, lecken, knabbern. Es gibt auch Kerle, die ficken ihr gegenüber, was eigentlich gar nicht sein muss, auch weil du als Master die Kontrolle über dein Gegenüber behalten solltest. Das ist schwierig, wenn du selbst einen Schwanz im Arsch hast. Man kann auch diverse Hilfsmittel benutzen und damit herumexperimentieren: Massage-Vibratoren, elektronische Masturbatoren, Fleshjacks, Penispumpen, Eichelvibratoren, Handschuhe mit Noppen, Cockringe, Eier abbinden, Nippelplay, Federn, Eis, Kerzenwachs und so weiter. Kern bleibt aber immer, die Intensität zu steigern und wieder zu verlangsamen. Spielzeuge sind lustig und machen Spaß, aber am Ende reichen eine Hand und ein Mund, um mit Edging loszulegen.

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Du fesselst deine Jungs und verbindest ihnen die Augen dabei. Warum?

Es gab da mal bereits in den siebziger Jahren ein Experiment, das aufzeigte, dass sich Männer beim Sex leicht beeinflussen lassen. Je mehr Reize von außen, je mehr Gedanken im Kopf, desto weniger Lustempfinden. Zudem sind wir Männer meist schneller erregt als Frauen zum Beispiel. Die Augenbinde soll die Außenwelt abschirmen. Meine Männer sollen sich ganz nur auf ihre Lust und die Wellen der Ekstase konzentrieren und im besten Fall sich darin verlieren. Ich mache alles andere für sie, sie genießen nur. Die Fesseln sind zur eigenen Kontrolle: Je näher ich sie an den Orgasmus heranführe, desto schneller kann es passieren, dass ein Typ doch zu seinem Schwanz greifen will – das soll nicht sein. Ich habe die Kontrolle, ich bestimme, wann der andere kommen darf! Solange ist er mein Spielzeug und er darf einfach nur noch Lust im Kopf haben. Übrigens kann man sich natürlich auch selbst lange befriedigen, zum Beispiel vor einem Spiegel. Geht alles wunderbar und empfehle ich auch als Sexvariante. Aber es ist eben immer noch einmal etwas anderes, alle Verantwortung abzugeben, als selbst weiter die Ruder oder besser gesagt, die eigene Rute in der Hand zu halten.

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Was sollte man als Anfänger beachten?

Als Genießer oder Sklave sollte man sich einfach hingeben und vertrauen. Als Master oder Edger kommt es darauf an, ob du dein Gegenüber bereits länger kennst. Falls ja, kann das sehr viel Spaß machen, weil du immer genauer abschätzen kannst, wie weit du deinen Partner treiben kannst. Daher ist das auch definitiv etwas, um wieder mehr Schwung in eine Beziehung zu bekommen. Sitzt da ein fremder Kerl vor dir ist es gut, vorab einige Dinge abzuklären. Gibt es Grenzen, mag er irgendwas nicht? Vielleicht ein Signalwort, damit der Master genau weiß, wann der andere kurz davor ist, den Point-of-no-return vorm Orgasmus zu erreichen. Hilfreich ist auch, auf die Atmung zu achten. Je gepresster oder stoßweise das Gegenüber atmet, desto näher ist er am Orgasmus dran. Weitere starke Signale sind das Anspannen oder Verkrampfen des Körpers oder wenn der Penis zu zucken beginnt. Ganz banal würde ich übrigens dazu raten, vorab alle Handys, Telefone und ähnliche Störfaktoren auszuschalten. Und der Genießer sollte so auf einen Stuhl oder einen Sessel positioniert werden, dass er es da auch eine Zeitlang aushält, ohne zu verkrampfen.

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Gibt es nach dem Point-of-no-return noch eine Möglichkeit, den Orgasmus eines Mannes im letzten Moment zu stoppen?

 Wenn du richtig fest an den Damm drückst, also die Stelle zwischen Schwanz und Arsch, dann geht das. Oder du kannst die Eichel fest zusammendrücken. Das verhindert oftmals den Orgasmus, aber die Geilheit im Kopf bleibt bestehen. Auch ein leichtes Schlagen gegen die Hoden funktioniert gut, der Schmerz unterbricht diesen Lusttunnel im Kopf. Dieses Hinauszögern oder Unterbrechen des Orgasmus ist für die meisten Jungs äußert geil und quälend zugleich. Am Ende des Tages wollen alle Jungs abspritzen, um das Gefühl zu haben, erfolgreich gewesen zu sein. Je mehr Saft dann kommt, desto stolzer sind sie auf sich!


Wie lange dauert eine Session bei dir?

Das ist immer unterschiedlich. Bei Anfängern meistens so eine halbe Stunde, ansonsten kann das auch einmal mehrere Stunden mit Unterbrechungen dauern. Es ist auch reizvoll, den Schwanz wieder halbsteif werden zu lassen und ihn dann erneut zu reizen – immer und immer wieder. Man nennt das „Tie and Tease“, also Schnüren und Necken. Oder auch „Tease and Denial“, was so viel wie Necken und Verweigern bedeutet. Wir Kerle erleben ja generell beim Sex vier Phasen: Erregungsphase, Plateauphase, Orgasmus und Rückbildung. Meistens ist es ja so, sobald wir Männer abgespritzt haben, ist es erst einmal vorbei. Abspritzen, schlafen, fertig! Beim Edging konzentrieren wir uns auf die Plateauphase, da pulsieren die Muskeln an der Peniswurzel, die Hoden werden fest und der Körper denkt sich, gleich ist Feierabend. Ist es aber nicht. Wir machen Überstunden! Die Männer vor mir gleiten kurz zurück in die Erregungsphase und dann geht´s erneut nach oben, wie bei einer alten Schiffsschaukel auf dem Jahrmarkt. Man kommt insgesamt immer höher und höher und kann das über Stunden hinziehen.

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Wann sollte man aufhören?

Nach einiger Zeit können bei einigen Kerlen ziehende Schmerzen in den Hoden auftreten. Wer damit umgehen kann, ist gut dran, denn wenn ich den Mann dann zum Höhepunkt bringe und danach einfach weiter stimuliere, kann es im besten Fall zu weiteren Orgasmen kommen. Wer diesen leichten Schmerz aber als zu unangenehm empfindet, sollte aufhören. Und keine Angst, am nächsten Tag ist in der Regel alles wieder in Ordnung. Gleiches bei einem Schwanz selbst: Manche Jungs können irgendwann Schmerzen bekommen, wenn das beste Teil stundenlang hart ist. Das ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Generell ist Edging aber eine gute Sache, gerade auch für Jungs, die gerne mal zu früh kommen. Cum Control ist da das perfekte Training dagegen.

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Ist Edging eher was für Tops oder Bottoms?

Für beide gleichermaßen. Das ist ja das Tolle! Du musst auch keinen Fetisch haben, kannst aber. Bei Bottoms kannst du durch Fingern noch zusätzlich stimulieren. Sich dem eigenen Orgasmus hingeben, kann wirklich jeder. Übrigens auch heterosexuelle Kerle, die auch schon vor mir auf einem Stuhl Platz genommen haben. Die meisten Partnerinnen haben weder so viel Geduld oder Lust, sich intensiv um den Schwanz eines Mannes zu kümmern. Schwule Männer dagegen tun das gerne. Und wer dank Augenbinde in die eigene Lust abtaucht, hat auch bald kein Problem mehr, wenn einem als Heterokerl ein schwuler Bär wie ich einen geilen Orgasmus besorgt.

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Was war deine extremste Erfahrung?

Da gibt es einige! Es ist atemberaubend, wenn der Mann vor dir nach einigen Stunden vollkommen aufgeht und manchmal sogar ohne weitere Stimulation oder Berührung von selbst abspritzt. Generell spritzen die Jungs dann viel mehr ab und das sehe ich gerne. Bei manchen kommt so viel, das fühlt sich wie ein plötzlich auftretender, warmer Sommerregen an. Ich selbst habe das auch schon gerne einmal bei mir über ein ganzes Wochenende lang gezogen. Immer wieder auf und ab, immer wieder stimuliert und Pause. Abends hatte ich mich dann mit Freunden in der Bar getroffen, ein irres und surreales Gefühl. Du bist nur noch eins mit deinem Schwanz! Ich habe nie einen extremeren Rausch im Kopf erlebt. Da kommt kein Poppers und auch sonst nichts hin. Du bist auf der einen Seite ganz klar und nüchtern, auf der anderen Seite schwebst du irgendwo auf einer Welle der Lust in dir, ohne dass es aufhört oder nachlässt. Dann abzuspritzen, hat wirklich etwas von einem „kleinen Tod“, wie die Franzosen sagen. Die Buddhisten glauben übrigens, man durchläuft bei einem guten Orgasmus die gleichen Bewusstseinsphasen wie beim Sterben, man sagt auch die acht Phasen der Auflösung dazu. Und dann öffnest du die Augen, atmest aus, lebst noch und musst grinsen, denn du weißt: Dieses Gefühl darf ich noch einmal erleben. 

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AUTOR:
Michael Soze

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