HAMBURG | Es geht um den Anus. Die demokratischste und tabuisierteste Körperöffnung ever. „Alles wird Loch“, beschrieb Beatriz Preciado einst die Dekonstruktion des Geschlechts und die Befreiung vom Phallus. Und so gehen die neun Performer*innen eines brasilianischen Künstleraggregats mit MACAQUINHOS (Äffchen) noch weiter und setzen beim Nord-Süd-Gefälle des eigenen Körpers an. Der Anus als körperliche Metapher für den Süden, gesellschaftlich delegitimiert und ausgegrenzt, dem normativen Norden durch Kolonialismus, Kapitalismus und Patriarchat unterworfen. MACAQUINHOS hinterfragt Wissensproduktion, Deutungshoheit und nicht zuletzt die soziale Konstruktion von Körper und Kunst.

MACAQUINHOS 2 (Medium)

Keine andere Performance löste in Brasilien so heftige Reaktionen hervor, und das ist kein Wunder, räumt sie doch gründlich mit Klischees wie der vielgelobten Freizügigkeit und der sinnlichen Körperlichkeit der Brasilianer*innen auf. In der Performance wird die Enttabuisierung des Körpers wörtlich genommen und mit choreografischen Mitteln umgesetzt. Die Performance ist eine Hommage an Schönheit und Freiheit, fernab von einer industriellen Porno-Ästhetik. MACAQUINHOS ist Teil des Festivals PROJETO BRASIL – TROPICALYPSE NOW vom 1. bis 11. Juni. (ts)

MACAQUINHOS | Kampnagel (K2)
Mittwoch, 1. Juni | 21 Uhr [Premiere], Donnerstag, 2. Juni | 21 Uhr, Freitag, 3. Juni | 21 Uhr
Begleitender Diskurs jeweils 1 Std. vor Vorstellungsbeginng

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