Patsy L’amour LaLove veröffentlicht unter ihrem bürgerlichen Namen, Patrick Henze, das Buch „Schwule Emanzipation und ihre Konflikte. Zur westdeutschen Schwulenbewegung der 1970er Jahre“ im Querverlag.

Es ist zugleich zugleich ihre Doktorarbeit in Gender Studies, für die sie in den vergangenen Jahren 23 ehemalige Aktivist_innen der Schwulenbewegung interviewt sowie die Sammlungen von Aktionsgruppen wie der Homosexuellen Aktion Westberlin oder der RotZSchwul (Rote Zelle Schwul) aus Frankfurt am Main aufgearbeitet hat.

Im Mittelpunkt der Analyse stehen die schwulenpolitischen Konflikte um schwule Emanzipation. Die intensiven Auseinandersetzungen in den Schwulengruppen zeugen unter anderem von einer Hoffnung darauf, die Befreiung aller Menschen in naher Zukunft tatsächlich umsetzen zu können. Sie hatten Streit, Abspaltungen und enge Beziehungen, bedeutsame Freundschaften, die bis heute halten, zur Folge. Die Gespräche mit dieser Generation schwuler Aktivisten diente als Inspiration auch den eigenen Blick auf die Welt, auf das Schwulsein und nicht zuletzt auf das Älterwerden grundlegend zu verändern.

Die Konflikte der Schwulenbewegung, die vor 40 Jahren ausgetragen wurden, bleiben mitunter überaus aktuell. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktueller Debatten unter Homo-, Bi- und Transsexuellen. Das Buch trägt umfassend Material über diese Bewegungszeit zusammen, die von den einen als Befreiungsschlag glorifiziert und von den anderen als ideologische Altlast verworfen wird. In „Schwule Emanzipation und ihre Konflikte“ kommen die Interviewpartner_innen ausführlich zu Wort und archivierte Dokumente werden ausgiebig angeführt, um so einen differenzierteren Einblick in die Geschichten der damaligen Schwulenbewegung bieten zu können. Zudem ist in dem Buch das Wort „schwul“ glatte 2.508 Mal zu lesen – was förmlich nach einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde schreibt.

„Schwule Emanzipation und ihre Konflikte“ kann überall bestellt werden – wobei Patsy besonders auf die Möglichkeit hinweisen möchte, es im Berliner Buchladen Prinz Eisenherz zu kaufen (https://prinz-eisenherz.buchkatalog.de/) sowie direkt über die Webseite des einzigen lesbisch-schwulen Verlags in Deutschland zu bestellen: http://www.querverlag.de/schwule-emanzipation-und-ihre-konflikte/ Dort kann man auch einen Blick in die Einleitung („Probekapitel“) werfen – und in wenigen Tagen wird das Buch als eBook erhältlich sein.

Zwei Vorträge sind mit dem Buch bereits geplant, einer in Berlin am 29. März im Rahmen der Rainbow-Lectures (http://queernations.de/queerlecture/4-rainbow-lecture-schwule-emanzipation-und-ihre-konflikte/) sowie in Kiel am 14. Juni.

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